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Grosse Töne um kleine Geschichten

ST. Gallen. Die St. Galler Popband Stahlberger hat auf ihrem dritten Album «Die Gschicht isch besser» 13 Songs mit verknappten Mundart- texten und raumgreifenden Sounds geschaffen.

«Mir sueched immer chli s’Schlecht, aber mir findets nöd eso recht. Mir sind zfriede und alles isch e chli chlii. Aber jetzt simmer mol bi öppis Grossem debi», singt Manuel Stahlberger im Stück «Klimawandel», das 2009 auf dem Erstling «Rägebogesiedlig» der Band erschien. Mit dem zweiten Album «Abghenkt» (2011) stieg die Anerkennung. Bei der dritten Scheibe der St. Galler Band finden die meisten Kritiker kaum mehr ein Haar in der Suppe und «sueched nöd s’Schlecht». Stahlberger sind im Mundartpop zu einer Marke geworden. «Die Gschicht isch besser» erhält viel Lob: «Die Zeit» spricht vom «besten Schweizer Pop- album der letzten Jahre».

Das Kleine gross zu machen, das schafft Sänger und Texter Manuel Stahlberger auch in seinen jüngsten Songs. So scharf sein Blick, so trocken ist sein Witz. Die Ironie ist Stahlberger etwas abhandengekommen. Die Texte kommen noch verknappter daher und werden vom Soundteppich in den Hintergrund gerückt. Stahlberger bewegt sich weiter am Rand: schaut beim Hornussen zu, wird in «Flowiler» zum Rockmonster in der Provinz und lässt an der Coop-Kasse die Welt untergehen. Am besten und hitverdächtig sind ein Stück über die absurden Dialoge im «Schwizer Film» und der melancholische Titelsong.

Auf dem Album steht zwar immer noch Stahlberger drauf, die übrigen Bandmitglieder – Michael Gallusser, Marcel «Bit-tuner» Gschwend, Christian und Dominik Kesseli – bekommen aber mehr Raum und lassen ihren Einflüssen freien Lauf. Marcel Gschwend bringt seine elektronischen Klangwolken zum Schwingen, auch «kosmischen Lärm» steuert er bei. Elektro-Pop hat es auch Schlagzeuger Dominik Kesseli angetan, er ist auch Teil des Duos Kal- tehand & Natasha Waters und liebt es, wenn es «rauscht und rumpelt».

Um das Album ganz zum «Band-Ding» werden zu lassen, haben Stahlberger «Die Gschicht isch besser» selber produziert. «Konsequent und stimmig», erklären die fünf Musiker.

Stahlberger

CD: Die Gschicht isch besser (Irascible) Live: Freitag, 18. April, 19 Uhr, Salzhaus Winterthur; 24./25. April Zürich, Bogen F

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