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Grosse Zustimmung für künftige Gemeindehochzeiten

Mehr als 70 Prozent der Zürcher begrüssen Fusionen von Gemeinden grundsätzlich. Dies geht aus einer Befragung des Kantons hervor.

56 Prozent der Zürcher Bevölkerung sind für oder eher für eine konkrete Fusion mit einer Nachbargemeinde, sofern dadurch die steuerliche Belastung nicht zunimmt. Dies geht aus dem gestern erschienenen Gemeinde- und Wirksamkeitsbericht des kantonalen Gemeindeamtes hervor. 31 Prozent der Befragten lehnen Gemeindezusammenschlüsse eher ab. Grundsätzlich begrüssen über 70 Prozent, wenn Gemeinden sich zusammenschliessen. Vorausgesetzt, sie können ihre Aufgaben nicht mehr selbstständig erfüllen.

Fusionen sind vor allem für kleine Gemeinden eine Option. Diese haben dieselben Aufgaben wie grössere Gemeinden, verfügen aber kaum noch über Mittel, sie wahrzunehmen. Stattdessen setzen sie auf Anschlussverträge mit grösseren Gemeinden oder Zweckverbänden. Die Mehrheit der Zürcher Gemeinden ist Mitglied in vier oder mehr solcher Verbände. Diese Zusammenarbeit zwischen Gemeinden senkt zwar Kosten, schliesst aber die Bevölkerung teilweise von demokratischen Mitwirkungsprozessen aus.

Fusion «trotz» Zufriedenheit

Vor allem die Bevölkerung in Gemeinden bis 5000 Einwohner befürwortet Fusionen; laut Bericht sprechen sich in gewissen Gemeinden bis zu 80 Prozent der Befragten dafür aus. Und das, obwohl sie sich an ihrem Wohnort wohlfühlen und mit dem heutigen Angebot der Gemeinde zufrieden sind.

Für den Bericht wurden auch Gemeinden zur Aufgabenteilung mit dem Kanton befragt, zudem sollten sie eine Einschätzung bezüglich ihrer Autonomie ge­gen­über dem Kanton abgeben. Vor allem Gemeinden mit weniger als 500 Einwohnern schätzen ihren Spielraum als gering ein. Nur Städte mit mehr als 20 000 Einwohnern sind der Ansicht, dass sie einen hohen Autonomiegrad geniessen. Attraktiv sind Zusammenschlüsse, seit der neue kantonale Finanzausgleich in Kraft ist. Davor wären kleine Gemeinden abgestraft worden, wenn sie sich mit Nachbargemeinden zusammengetan hätten. Zudem unterstützt der Kanton fusionswillige Gemeinden auch finanziell, etwa um während einer Übergangsphase Steuerfussdisparitäten abzufedern.

Die erste Heirat zweier Gemeinden auf Zürcher Gebiet nach dem Zweiten Weltkrieg geschah zwischen den Winterthurer Landgemeinden Wiesendangen und Bertschikon. Die Fusion tritt auf den 1. Februar 2014 in Kraft.

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