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Grüne wollen Frauen, FDP setzt auf Männer

Um den Frauenanteil im Parlament zu erhöhen, liess der Präsident der Grünen zwei Frauen den Vorzug. Bei FDP und CVP dagegen blockieren die männlichen Bisherigen die guten Plätze auf den Listen.

Bei den Linksparteien ist man konsequent. Auf den Listen für die Gemeinderatswahlen im Februar wechseln sich bei SP, Grünen und AL die Kandidatinnen und Kandidaten meist ab: erst eine Frau, dann ein Mann, dann eine Frau und so fort. Die logische Folge: ein hoher Frauenanteil von 50 Prozent. Schaut man nur auf die vorderen Plätze, wo die Kandidaten mit guten Wahlchancen stehen, besteht bei den Grünen sogar ein Frauenüber­gewicht (siehe Grafik). Parteipräsident und Gemeinde­rat Reto Diener hat auf der Liste zwei neu antretenden Frauen den Vortritt gelassen. Die Grünen legten nach Geschlechtern ausgewogene Listen vor, seit er sich erinnern könne, sagt Diener. Diesmal habe man die Frauen «nach vorne gebüschelt», damit man künftig mit mehr Frauen im Parlament vertreten sein werde. Diener glaubt, dass klar mehr Frauen als Männer grün wählen. Da sei es nur folgerichtig, viele Frauen auf die Spitzenplätze zu setzen. Als «vordere Plätze» werden hier die­jenigen Listenplätze gezählt, die der aktuellen Sitzzahl einer Partei im Parlament entsprechen, sowie die drei folgenden Plätze. CVP: Mehr Frauen als Männer Auch bei der EVP belegen Frauen mehr als die Hälfte der Spitzenplätze. Auf der Gesamtliste der Partei sind aber nur vier von zehn Kandidaten weiblichen Geschlechts. G erade umgekehrt ist es bei der christlichen Schwesterpartei: Die CVP hat auf den vorderen Plätzen eher wenige Frauen, weil die wieder antretenden Bisherigen, die oben auf der Liste platziert wurden, eine Hypothek darstellen – vier Männer, null Frauen. Auf der ganzen Liste hat die Partei aber als einzige einen klaren Frauen­überhang (33 Frauen, 25 Männer). Damit überflügelt sie sogar die linken Parteien. Präsident Matthias Baumberger hat gezielt nach Frauen gesucht, wie er sagt. Es sei ihm ein An­liegen, viele Frauen dabei zu haben: «Frauen sind für uns eine wichtige Wählergruppe.» Zudem habe die Partei von einer Verbreiterung und Verjüngung des Kandidatenfelds profitiert. Auf den Listen aller Parteien kandidieren insgesamt 279 Männer und 183 Frauen, was einem Frauen­anteil von 40 Prozent entspricht. Auffällig ist der geringe Frauen­anteil bei den Rechtsparteien. Bei der SVP beträgt er auf den vorderen Plätzen 25 Prozent, bei der FDP zehn Prozent. Im Fall der FDP hat dies damit zu tun, dass alle Bisherigen Männer sind. Mit 27 Prozent ist die Frauenquote aber auch auf der Gesamtliste sehr gering. Am tiefsten ist der Anteil bei den Piraten. Hier kommen auf 21 Männer vier Frauen. «Immerhin», sagt Gemeinderat Marc Wäckerlin, «es waren auch schon weniger.» Die Piraten haben in Winterthur nur vier weibliche Mit­glieder; davon stehen drei auf der Liste, eine Kandidatin ist nicht Mitglied. Seine Partei sei aus dem Internet entstanden, und Technik sei eine Männerdomäne, sagt Wäckerlin. «Das ist halt einfach so.» Viele Frauen aufzustellen, fällt aber nicht nur den rechten Parteien schwer. Auch Grünen-Präsident Diener sagt, es sei oft nicht leicht, Kandidatinnen zu finden. «Als Gemeinderätin steht man stark in der Öffentlichkeit und muss sich von allen die Kappe waschen lassen. Damit haben gerade Frauen oft Mühe.» Dementgegen berichtet Baumberger, es brauche bei Frauen keine besondere Überzeugungsarbeit. «Es gibt viele Frauen, die sagen: Wir wollen.»

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