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Gut erhaltener Fund im römischen Elgg

Vor Kurzem sind Kantonsarchäologen in Elgg auf römische Grundmauern gestossen. Jetzt folgt der nächste Fund: Teile eines römischen Bads zeugen von einer womöglich riesigen Anlage.

Die Kantonsarchäologie Zürich hat an der Aadorferstrasse 5 in Elgg die Überreste eines römischen Bads ausgegraben. Wie die kantonale Baudirektion gestern mitteilte, sind die Archäologen im April beim Aushub eines Bauprojekts auf sichtbare Strukturen gestossen. Diese haben sich bei der darauffolgenden Untersuchung als hervorragende Zeugen der römischen Badekultur herausgestellt. Das Elgger Gemeindegebiet hatte sich bereits vergangenen November als archäologisch interessante Zone erwiesen. Damals stiess man , als der Brandplatz im Dorfzentrum für die Überbauung Bärenhof ausgehoben wurde (der «Landbote» berichtete»). Der jüngste Fundort befindet sich unweit davon entfernt an der Aadorferstrasse 5. Dort wurde infolge eines anderen Bauprojekts ein alter Reitstall abgerissen. Die Kantonsarchäologie begleitete die Arbeiten, weil das Gebiet im archäologischen Zonenplan markiert ist. Zahlreiche Funde in Elgg Bei den jüngst gefundenen Bauten handelt es sich zum einen um die Überreste eines halbkreisförmigen , das nur einer Person Platz bot. Zum anderen sind es Teile eines sogenannten hypokaustierten Raums mit Becken und Heizkammer – in einer Hypokaust-Anlage steckt eine , wobei Rauch und restliche Warmluft durch Abzüge in Wänden und Dach ins Freie entweicht. In der Elgger Anlage weisen beide Becken einen gut erhaltenen, rotgefärbten Terrazzoboden und verputzte Wände auf. Eine genaue Datierung ist zurzeit noch offen. Grob geschätzt stand das Badehaus zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert nach Christus. Die Entdeckungen der vergangenen Monate zählen zu einer Reihe von Funden, die ein «römisches Elgg» beweisen. Zuvor brachten Ausgrabungen 1993 an der Aadorferstrasse 1 und 2 Reste eines Kaltwasserbeckens und römischer Mauern zutage; 1833 wurden beim Bau der Strasse zwei römische Mosaikböden angeschnitten. Diese Ruinen befinden sich in Sichtdistanz aufeinander, stehen aber auf unterschiedlichen Niveaus. «Die Befunde könnten theoretisch von einem Riesenkomplex stammen», sagt Markus Roth, Projektleiter Kantonsarchäologie im Amt für Raumentwicklung. Er tendiert aber zur Annahme, dass die Strukturen zu verschiedenen Gebäuden aus verschiedenen Zeiten gehören. Nachschub für Vitudurum Für diese Theorie spricht, dass bei einem Gebäudeteil wiederverwendetes Baumaterial eines älteren Gebäudes festgestellt wurde. Weil bisher ausserdem kaum Artefakte aus Metallen oder Keramik vorliegen, gestaltet sich die Datierung schwierig. Ein ganzes römisches Dorf stand nach heutigem Kenntnisstand keines in Elgg. Die Archäologen gehen eher von jeweils allein stehenden Gutshöfen aus, die mit überschüssigen Waren die römische Siedlung Vitudurum im heutigen Oberwinterthur belieferten. Ähnliche Beispiele sind aus Wiesendangen und Bertschikon bekannt. Spuren römischer Badehäuser sind auch keine Seltenheit, wie Beispiele in Winterthur und Winkel ZH zeigen. «Aber in dieser Region kommt es nicht häufig vor, dass wir Überreste in dieser Qualität finden», sagt Roth. Die Kantonsarchäologie Zürich bewahrt deshalb einen Teil der Baukeramik auf; der Rest der Fundamente ist inzwischen abgetragen. Doch die Bodenforschung in Elgg geht weiter: An der Florastrasse findet seit Dezember eine intensive Ausgrabung einer mittelalterlichen Siedlung statt. Vorläufige Resultate werden demnächst präsentiert. Fundstelle an der Aadorferstrasse 5 in Elgg: In diesem römischen Badebecken konnte eine Person Platz nehmen. Bild: pd

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