Eishockey

«Gute Teams finden einen Weg»

Kloten verpasst auch im zweiten Heimspiel der noch jungen Swiss-League-Saison den Sieg. Nach einer 3:2-Führung verliert der EHC 4:6.

Engagiert während und kritisch nach der Heimniederlage gegen Ajoie: Klotens Trainer Per Hanberg (hinten links).

Engagiert während und kritisch nach der Heimniederlage gegen Ajoie: Klotens Trainer Per Hanberg (hinten links). Bild: Leo Wyden

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Zwei Siege, zwei Niederlagen, fünf Punkte – so lautet die Bilanz des EHC Kloten nach vier Partien in der Swiss-League-Saison 2019/20. Es sind nicht die Werte eines Spitzenteams. Und sie erfüllen auch nicht die Erwartungen und Ansprüche, die man im Verein hat. So gerade noch knapp auf einem Playoff-Platz zu stehen, ist ein bisschen wenig.

Und definitiv zu wenig ist, was nach diesem 4:6 (1:1, 2:3, 1:2) gegen Ajoie in der Heimbilanz steht. Denn zum letzten Mal vor eigenem Publikum siegten die Flughafenstädter am 1. Februar dieses Jahres. Der Gegner hiess damals Thurgau, der Erfolg kam im Penaltyschiessen zustande (4:3). Der letzte Dreier liegt noch weiter zurück. 5:1 besiegte Kloten am 29. Januar die EVZ Academy. Die Heimniederlagen danach: zuerst eine in der Qualifikation gegen Langenthal, danach im Playoff gegen Langenthal zwei (ohne einen Torerfolg); in der neuen Saison folgte das 1:3 gegen Visp und nun der Nuller gegen Ajoie. Dazu kommt das 0:3 im Cup gegen die SC Rappperswil-Jona Lakers. Das sind sechs Misserfolge in Serie. Nimmt man noch das letzte Testspiel gegen die Löwen Frankfurt hinzu, dann sind es sieben. Heimstärke sieht anders aus.

Dem gegenüber steht: Die Entwicklung oder das Gesamtbild des Teams weisen einen leicht positiven Trend aus. Die Mannschaft hat sich gesteigert. Die Triple-F-Linie (Robin Figren, Eric Faille, Dominic Forget) kreierte gegen Ajoie nicht nur, sie produzierte zwei Tore, Figren und Forget trafen erstmals für Kloten. Im Powerplay waren die Klotener zweimal erfolgreich, das Boxplay war schon die gesamte Saison gut.

«Den Fokus verloren»

Gegen Ajoie hielt Kloten während 79 Sekunden in doppelter Unterzahl die Null. Und kassierte 27 Sekunden später in einfacher Unterzahl das 3:3. Die Strafe, die den EHC in doppelte Unterzahl versetzt hatte, erhitzte die Gemüter. Nicht nur auf den Rängen, sondern auch auf dem Eis. Trainer Per Hanberg meinte, «dass wir da den Fokus verloren haben». Dass nur elf Sekunden nach der Strafe gegen Ajoies Andrien Lauper (und dem Bully in Ajoies Zone) Jonathan Hazen das 4:3 für die Pruntruter schiessen durfte, belegt die Aussage des Schweden. Seine Besten waren auf dem Eis, Tim Grossniklaus und Robin Figren aber liessen sich von Hazen erwischen. Hazen kam auf zwei Tore. Philipp-Michael Devos, der andere starke Kanadier in den Reihen der Gäste, erzielte den wichtigen Treffer zum 5:3.

Aufsässig und vollem Einsatz: Ajoies Valentin Pilet setzt sich gegen Klotens Tim Grossniklaus durch. Foto: Urs Brunner

«Wir wussten, dass wir gegen eine starke Mannschaft mit zwei starken Ausländern spielen», sagte Hanberg. «Wir haben Ajoie zwei, drei Goals geschenkt, das ist einfach zu viel.» Gesündigt hat in dieser Hinsicht der erste Block mit Faille, der das 1:1 und das Shorthand-Goal zum 3:4 zuliess. Gesündigt aber haben auch jene, die vor dem 3:5 in der eigenen Zone den Puck hin- und herschoben wie eine heisse Kartoffel. Goalie Dominic Nyffeler hat für Kloten schon besser gehalten als im ersten Match gegen den Club, für den er in den zwei Saisons zuvor gespielt hat.

Zwei Penaltys verschossen

Gesündigt hat Kloten gegen Ajoie aber auch in einer Spezialdisziplin: dem Penaltyschuss. Nach acht Minuten brachte Marco Lehmann einen Versuch nicht an Tim Wolf vorbei. Es wäre das 2:0 gewesen. Nach exakt 55:53 (gefoult worden war Tim Grossniklaus) trat Dominic Forget zum Penalty an. Der Puck landete nicht zum 5:5 im Netz, sondern im Fanghandschuh des Ajoie-Goalies Tim Wolf.

Auch nach dem 3:5-Rückstand hatte Kloten noch genügend Chancen, um zu punkten. «Gute Teams finden einen Weg, um zu siegen», sagte Hanberg. Und er musste eingestehen: «Ajoie war besser. Jemand muss aufstehen, seine Leaderqualitäten zeigen. Das kann ein Feldspieler sein, aber auch ein Torhüter.» Er habe den Eindruck, dass sein Team im Training besser spiele als im Match. Das müsse sich ändern, forderte er. Und zwar nicht nur bei den Spielern. «Auch ich muss besser werden», fügte Hanberg selbstkritisch an. Die nächste Gelegenheit dazu bekommen der Trainer und seine Spieler am Mittwoch in Winterthur. Also auswärts.

Erstellt: 22.09.2019, 12:51 Uhr

Match-Telegramm

Kloten - Ajoie 4:6 (1:1, 2:3, 1:2)

Swiss Arena. – 4011 Zuschauer. – SR Hungerbühler, Potocan; Burgy/Huguet. – Tore: 6. Forget (Steiner) 1:1. 13. Huber 1:1. 21. Hazen (Ausschluss Brunner) 1:2. 24. Figren (Grossniklaus, Faille; Ausschluss Pilet) 2:2. 28. Lemm (Kindschi, Marchon) 3:2. 32. Frossard (Ausschluss Kindschi) 3:3. 34. Hazen (Devos, Ausschluss Lauper!) 3:4. 42. Devos (Ryser) 3:5.51. Füglister (Ganz, Ausschluss Pilet) 4:5. 60. Huber (ins leere Tor) 4:6. – Strafen: 6×2 gegen Kloten, 5×2 gegen Ajoie. – Kloten: Nyffeler; Grossniklaus, Kindschi; Stämpfli, Ganz; Steiner, Kellenberger; Figren, Faille, Forget; Marchon, Lemm, Lehmann; Staiger, Obrist, Krakauskas; Brunner, Mettler, Füglister. – Ajoie: Wolf; Ryser, Pouilly; Hauert, Pilet; Birbaum, Prysl; Casserini, Dotti; Hazen, devos, Muller, Thibaudeau, Frossart, Joggi; Huber, Mäder, Schmutz,Lauper, Privet, Zürcher. – Bemerkungen: Lehmann (8.) und Forget (56.) verschiessen je einen Penalty! Kloten ohne Sutter, Wetli (krank), Back (verletzt).

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