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«Gyrenbad»: Verkehrsrat lenkt nicht ein

Ins «Gyrenbad» fährt werktags künftig kein Bus mehr: Der Verkehrsrat lässt sich auch von einer Petition mit 1400 Unterschriften nicht umstimmen.

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) sah sich noch nie mit einer solch grossen Unterschriftensammlung von einer Einzelperson konfrontiert: Rund 1400 Leute haben das Fahrplanbegehren von Monika Kunz, Geschäftsführerin des historischen Gasthofs Gyrenbad, unterstützt. Sie setzten sich dafür ein, dass das beliebte Naherholungsgebiet rund um den Schauenberg unter der Woche nicht vom öffentlichen Verkehr abgeschnitten wird. Genützt hat es allerdings nichts: Der Verkehrsrat ist nicht auf das Begehren eingetreten. Er hat einen Kompromiss von Postauto abgesegnet: Damit werden die bisherigen drei Busverbindungen unter der Woche gestrichen, dafür wird das «Gyrenbad» am Wochenende mit zusätzlichen Kursen bedient (siehe Kasten). «Die Unterschriftensammlung ist sehr wohl zur Kenntnis genommen worden», sagt ZVV-Mediensprecher Thomas Kellenberger. Allerdings müsse der Verkehrsrat immer sämtliche Argumenten berücksichtigen. Dabei spielten auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis und die Nachfrage eine wichtige Rolle. «Schliesslich steht nicht unbegrenzt Geld für den öffentlichen Verkehr zur Verfügung», erklärt Kellenberger. Ausnahmen seien aufgrund der Gleichbehandlung zudem heikel. In Sachen Frequenz weist Girenbad bei Turbenthal schlechte Karten auf: Laut Postauto verkehren werktags im Durchschnitt nur zwei Personen pro Fahrt zwischen Schlatt und Girenbad. Verkehrskonferenzen gespalten Hinzu kommt, dass die regionalen Verkehrskonferenzen sich in dieser Sache nicht einig waren. Während das «Gyrenbad» Rückendeckung aus dem Tösstal erhielt, blieb die Unterstützung von Winterthur aus. Profiteur des neuen Fahrplans ist nämlich Elgg: Statt nach Girenbad sollen die Busse werktags nach Elgg verkehren. Damit werden dort bisherige Taktlücken geschlossen. Dass der Verkehrsrat kein Einsehen hat, ist für Geschäftsführerin Kunz eine «grosse Enttäuschung»: «Wir müssen schauen, ob wir die Umsatzeinbussen kompensieren können.» Sie befürchtet, dass ohne ÖV-Anschluss un­ter der Woche Seniorenwandergruppen ausbleiben werden. Jetzt liegt es in den Händen der Gemeinden. Nur diese können noch das Rechtsmittel gegen den Entscheid des Verkehrsrats ergreifen. Kunz hofft daher, dass diese mit Rekursen den Standort Girenbad unterstützen. In Turben­thal ist laut Gemeindepräsident Georg Brunner noch kein Entscheid gefallen: «Wir werden dies im Gemeinderat noch besprechen.» Über allfällige Rekurse befindet der Regierungsrat. (fam)

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