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Haarsträubende Geschäfte von Banken

• Nach dem Konkurs der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 geraten weltweit etliche andere Finanzinstitute unter Beschuss. Sie hatten ihren Kunden teilweise undurchsichtige Finanzprodukte der Grossbank verkauft. Manche Kunden prozessierten. Die Credit Suisse entschädigte über 3700 betroffene Anleger mit über 150 Millionen Franken. • MF Global – bis dahin einer der grössten Derivate-Broker – geht im November 2011 pleite. Er hatte Investoren getäuscht und Gelder im Umfang von 700 Millionen Dollar veruntreut. • Im Juni 2012 wurde bekannt, dass die Barclays-Bank den Libor jahrelang manipuliert hatte. Rund 20 Banken sollen bei der Manipulation mitgewirkt haben, darunter auch die Schweizer Grossbanken UBS und CS. Der Libor (London Interbank Offered Rate) ist der Referenzzinssatz im Geschäft unter Banken. Ein gesteuerter Referenzzinssatz ist mit dem verbotenen Insiderhandel vergleichbar. Er kann bei Spekulationsgeschäften zu den eigenen Gunsten ausgenutzt werden. Zudem konnten die Banken überhöhte Zinsen verrechnen. Die UBS zahlte eine Strafe von 1,2 Milliarden Euro. • Im Dezember 2012 zahlt die britische Grossbank HBSC in einem Vergleich mit der US-Justiz eine Busse von 1,92 Milliarden Dollar. Der Konzern machte sich der Beihilfe zur Geldwäscherei schuldig. Allein 2007 und 2008 transferierte die Bank 7 Milliarden Dollar aus Mexiko in die USA, ohne dessen Herkunft zu prüfen. Vorgeschriebene Kontrollmechanismen hat sie ausser Kraft gesetzt. Die Bankleitung gelobte Besserung. Das tat sie schon im Jahr 2003, als sie bereits wegen Geldwäscherei ins Visier der US-Justiz geraten war. Im Juli 2012 wurde die Bank vom US-Senat wegen ihrer «durch und durch versauten Unternehmenskultur» gerügt. Zu einer Strafverfolgung kam es aus Angst vor einem Konkurs nicht. Im Februar dieses Jahres wurden im Rahmen von Swiss-Leaks weitere Informationen über die HSBC bekannt. Dabei geht es um die Finanzierung von Terrorgruppen, Waffengeschäften und um Geschäfte mit Handlangern von Diktatoren, Blutdiamanten sowie Drogen. • Im Jahr 2013 finden weltweit Ermittlungen wegen Devisenkursmanipulationen statt. Schliesslich wird den Devisenhändlern von zwölf Grossbanken vorgeworfen, Kurse so manipuliert zu haben, dass sie mit den von ihnen gehandelten Derivaten (komplizierte Finanzkonstrukte) sichere Gewinne erwirtschaften konnten. Sie sprachen sich ab und brachten Grossaufträge von Kunden zu einem bestimmten Zeitpunkt auf den Markt. Massgeblich beteiligt war unter anderem die UBS. Sie einigte sich mit Aufsichtsstellen verschiedener Länder auf eine Entschädigung von 774 Millionen Franken. • Im August 2014 einigte sich die Bank of America mit der US-Justiz auf eine Zahlung von 16,65 Milliarden Dollar. Der Bank wird vorgeworfen, sie habe im grossen Stil und über Jahre hinweg ihre Kunden mit Immobilienderivaten getäuscht. Die auf Hypotheken basierenden Obligationen wurden den Kunden wider besseres Wissen als sichere Anlagen verkauft. Schon vor dieser Vergleichszahlung hatte die Grossbank 60 Milliarden Dollar Strafzahlungen an hintergangene Anleger geleistet. • Diese Woche wurde bekannt, dass US-Behörden den Edelmetallhandel von zehn Grossbanken untersuchen. Sie sollen die Kurse manipuliert und daraus widerrechtlich Profit geschlagen haben. Betroffen sind auch UBS und CS. ki

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