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Hagenbuch wehrt sich gegen Vorwürfe der KESB

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) der Bezirke Winterthur und Andelfingen hat gegen die Gemeinde Hagenbuch eine Aufsichtsanzeige eingereicht. Die Gemeinde wirft alle Vorwürfe zurück.

Zum ersten Mal in ihrer zweijährigen Tätigkeit hat eine Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) im Kanton Zürich eine Aufsichtsanzeige gegen eine Gemeinde eingereicht. Die KESB der Bezirke Winterthur und Andelfingen verlangt vom Bezirksrat «Nachhilfe» für die Gemeinde Hagenbuch.Die Aufsichtsanzeige steht im Zusammenhang mit den Turbulenzen um eine schwierige, kinderreiche Flüchtlingsfamilie aus Eritrea. Die Massnahmen für sie belasten die Gemeindefinanzen. Diesbezügliche Klagen des Gemeinderats machten Schlagzeilen. Wegen dieser einen Familie drohe eine Steuererhöhung, wurde behauptet. Dies stellte sich aber als unzutreffend heraus.Die Gemeinde habe ihre Pflichten in Bezug auf die Familie nicht ausreichend wahrgenommen, moniert die KESB in einer Mitteilung vom Donnerstag. Der Gemeinderat habe etwa «in wesentlichen Teilen nicht den Tatsachen entsprechend informiert». Er habe sich auch nicht bemüht, «korrigierend auf die Berichterstattung einzuwirken».Zudem habe die Gemeinde mit ihrer Informationspolitik wiederholt die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Familie, insbesondere der Kinder, verletzt, schreibt die KESB. Der Bezirksrat solle dafür sorgen, dass die Gemeinde die nötige fachliche Beratung und Unterstützung erhalte.

Gemeindepräsidentin weist Vorwürfe zurück

Die Gemeindepräsidentin von Hagenbuch, Therese Schläpfer (SVP), wies gegenüber der Nachrichtenagentur sda die Vorwürfe zurück. Die Integration von Ausländerinnen und Ausländern laufe in der Gemeinde sehr gut - bloss nicht bei der fraglichen Familie. Die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen habe die Gemeinde nie verletzt. Die betroffene Mutter selbst sei an die Medien gelangt und habe ihren Namen genannt.Auch vom Vorwurf der Falschinformation wollte Schläpfer nichts wissen. Sie habe den Medien gar nie Zahlen geliefert, sondern sich auf die entsprechenden Richtlinien bezogen. «Die Medien haben das dann selbst ausgerechnet». Auf deren Berichterstattung könne sie keinen Einfluss nehmen.

Wichtige Klarstellungen

Das sieht Katrin Fischer, Präsidentin der zuständigen KESB, anders. Es wären einige Klarstellungen nötig gewesen, sagt sie. So etwa, dass die Gemeinde im konkreten Fall die Kosten für die Kindesschutzmassnahmen gar nicht habe tragen müssen. Nur die Platzierung in Schulheimen müsse die Gemeinde zahlen. Über die Zuweisung in solche Heime entscheide aber nicht die KESB. Dafür seien die Schulbehörden der Gemeinde zuständig.Ebenso wäre gemäss Fischer zu erklären gewesen, dass eine sozialpädagogische Familienbegleitung weder Haushalthilfe noch Kindermädchen sei. Sie habe die Aufgabe, die Eltern so zu stärken, dass sie für ihre Kinder wieder selber sorgen könnten.

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