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"Haiyan" hinterlässt auf den Philippinen Spur der Zerstörung

Bei seinem Zerstörungszug in den Philippinen hat der mächtige Taifun "Haiyan" vermutlich mehr als 10'000 Menschen in den Tod gerissen. Diese Zahl nannte der Polizeichef der Region Leyte, Elmer Soria, am Sonntagvormittag (Ortszeit) unter Berufung auf "erste Schätzungen" nach dem angelaufenen Hilfseinsatz in der verwüsteten Region.

In den Küstengebieten waren ganze Dörfer überschwemmt, viele Gegenden waren ohne Kontakt zur Aussenwelt. "Stellen Sie sich einen Abschnitt von einem Kilometer Breite vom Ufer aus vor, alle Hütten, einfach alles ist zerstört", sagte Innenminister Mar Roxas nach einem Besuch von Küstenorten auf Leyte. "Sie waren wie Streichhölzer, die ins Landesinnere getrieben wurden."

Vier Millionen Menschen betroffen

«Haiyan» war mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 275 Stundenkilometern einer der schwersten Stürme aller Zeiten auf den Philippinen. Laut Regierung waren vier Millionen Menschen in 36 Provinzen betroffen. In vielen Gebieten war die Kommunikation mit der Aussenwelt unterbrochen, weil Strom- und Telefonleitungen zerstört wurden.

Der Taifun traf die ostphilippinischen Inseln Leyte und Samar mit voller Wucht. Auch in Leytes Inselhauptstadt Tacloban gab es schwere Verwüstungen, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Häuser lagen in Trümmern, nahezu alle Bäume und Strommäste waren umgestürzt.

Der Flughafen von Tacloban wurde nach Angaben der Zivilluftfahrtbehörde schwer beschädigt. Der Flughafen an der Küste ist Behördenangaben zufolge durch die Sturmflut zerstört worden und versank am Morgen in Schutt und Matsch.

Erinnerungen an Tsunami 2004

Der für die Koordinierung der Rettungsmassnahmen vor Ort zuständige UNO-Mitarbeiter Sebastian Rhodes Stampa sagte nach einem Besuch in Tacloban, er fühle sich an die Tsunami-Katastrophe vom Dezember 2004 erinnert. "Das letzte Mal, dass ich so ein Ausmass (an Zerstörungen) gesehen habe, war nach dem Tsunami im Indischen Ozean."

Damals waren bei einem Erdbeben und dem darauffolgenden riesigen Tsunami 220'000 Menschen ums Leben gekommen, die meisten in Indonesien.

Staatliche und nichtstaatliche Hilfsorganisationen versuchten, zu den Opfern zu gelangen. Die philippinische Armee schickte 15'000 Soldaten in die Katastrophengebiete. Sie sollten auf dem Land- oder Luftweg Hilfsgüter, Material und Kommunikationsgeräte verteilen.

Papst Franziskus ruft zu Gebet auf

Papst Franziskus rief zu Gebeten für die zahlreichen Todesopfer auf. "Ich bitte euch alle, euch meinen Gebet für die Opfer des Taifuns Haiyan anzuschliessen", schrieb das Oberhaupt der katholischen Kirche am Samstag auf seinem englischsprachigen Twitter-Account.

Die USA bekundeten nach dem verheerenden Taifun auf den Philippinen ihre Anteilnahme und Solidarität mit der Bevölkerung. Es sei nicht das erste Mal, dass das Land von einer derartigen schrecklichen Naturkatastrophe heimgesucht worden sei und die Herausforderungen gemeistert habe, hiess es in einer schriftlichen Erklärung von US-Aussenminister John Kerry.

Die Schweiz entsendet fünf Experten des Schweizer Korps für humanitäre Hilfe (SKH) auf die Philippinen. Wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte, werden sie eng mit den internationalen Hilfsorganisationen zusammenarbeiten und die Nothilfe einleiten. Auf den Philippinen befinden sich laut EDA bereits drei Schweizer Experten.

Menschen in Vietnam bereiten sich vor

Über Land schwächte sich "Haiyan" auf rund 160 Stundenkilometer ab und zog weiter in Richtung Vietnam, wo er am Sonntagnachmittag erwartet wird. Meteorologen befürchten, dass der Sturm über dem Südchinesischen Meer wieder an Kraft gewinnen wird.

Die vietnamesischen Behörden begannen, 500 000 Menschen in Sicherheit zu bringen. Die Menschen würden aus vier besonders gefährdeten Gebieten unter anderem in Regierungsgebäude und Schulen gebracht, hiess es.

(sda)

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