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Hanfbauer Rappaz mit neustem Rekurs abgeblitzt

Der Walliser Hanfbauer Bernard Rappaz muss ein zusätzliches Jahr ins Gefängnis. Das Walliser Kantonsgericht hat ein entsprechendes erstinstanzliches Urteil bestätigt. Rappaz will aber nicht aufgeben.

Bernard Rappaz ist wohl der umstrittenste Bauer der Schweiz. Sein jahrelanger Kampf gegen Polizei und Justiz hat den Walliser Hanfbauer im ganzen Land bekannt gemacht. Nicht zuletzt, weil er sich mit einem 120-tägigen Hungerstreik gegen ein erstes Gerichtsurteil aus dem Jahr 2008 zur Wehr gesetzt hatte. Der heute 59-Jährige war nicht einverstanden, dass er unter anderem wegen Geldwäscherei und schweren Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz – Rappaz hatte zwischen 1997 und 2001 mehrere Tonnen Drogenhanf im Wert von über vier Millionen Franken verkauft – zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten verurteilt worden war. Rappaz’ Kampf dauert an Der Hungerstreik, den Rappaz nach dem Haftantritt im März 2010 aufgenommen hatte, hätte ihn beinahe das Leben gekostet und löste eine landesweite Debatte über Zwangsernährung aus. Erst auf eine entsprechende Aufforderung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Strassburg, an den sich der Walliser gewendet hatte, beendete er seinen Hungerstreik. Doch der Kampf des streitbaren Hanfbauern dauert noch an. Erst gestern hat Rappaz eine weitere Niederlage erlitten. Das Walliser Kantonsgericht bestätigte nämlich ein Urteil des Bezirksgerichtes Martigny. Dieses hatte Rappaz 2011 in einem zweiten Verfahren ebenfalls wegen Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz und Geldwäscherei zu unbedingter Haft während 12 Monaten verurteilt. Diese Zeit muss der Hanfbauer zusätzlich zu seiner früheren Strafe absitzen. Rappaz und sein Verteidiger hatten gegen das Urteil Rekurs eingelegt, weil sie der Ansicht waren, dass der Walliser nicht zweimal für die praktisch gleichen Delikte verurteilt werden könne. Man hätte, so argumentierten sie, alle Delikte im ersten Verfahren 2008 gemeinsam beurteilen müssen. Das sah das Kantonsgericht nun anders und lehnte den Rekurs ab. Es argumentierte, dass selbst eine Untersuchung gegen Rappaz im Jahr 2001 diesen nicht habe stoppen können. Reine Gewinnsucht habe ihn getrieben. Rappaz, der inzwischen seit 15 Monaten im Gefängnis sitzt, wird das jüngste Urteil nicht akzeptieren. Sein Verteidiger kündigte gestern, nachdem der Entscheid des Kantonsgerichtes verlesen worden war, an, dass sein Mandant das Bundesgericht anrufen werde.

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