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Hartnäckig auf Platz 1

KLOTEN. Die Flyers holten mit dem 4:3 (2:1, 0:1, 1:1, 0:0) nach Penaltys über die ZSC Lions den fünften Saisonsieg in Folge.

Philippe Schelling trat in Ermangelung an tauglichen Stürmeralternativen als linker Flügel auf, Tommi Santala rackerte für zwei, Martin Gerber hielt, was er halten konnte, Micki Dupont glich mit schmerzender Nase aus. Die Kloten Flyers liefen am Sonntagnachmittag im ersten von sechs Derbys gegen die ZSC Lions auf dem Zahnfleisch, aber sie krallten sich hartnäckig an der Tabellenspitze fest. Während der Partie gesellte sich zu den Verletzten Eric Blum und Patrick von Gunten sowie dem kranken Victor Stancescu mit Simon Bodenmann noch ein vierter Stammspieler auf die Liste der ausgefallenen Spieler.

Auch mit dem letzten Aufgebot liessen sie sich von den ZSC Lions nicht mehr vom Weg zum 102. Sieg im 178. Derby (13 Remis, 63 Siege ZSC Lions) abbringen. Am Samstag vor einer Woche hatten sie eine Tournee von drei Auswärtsspielen in Folge mit dem 5:3 in Genf begonnen – und damit Platz 1 in der Tabelle übernommen. Es folgte das 5:3 in Fribourg und am Samstag das 3:1 in Ambri. Die erfolgreiche Rückkehr ins eigene Stadion war der fünfte Sieg in Folge. Als kleiner Seitenhieb sei wieder mal auf die letzte Saison verwiesen: Da waren die Flyers nach 7 Partien bei 8 Punkten angekommen, nun haben sie bereits mehr als doppelt so viele (17) auf ihrem Konto!

«Das hat nichts mit mir zu tun, das ist ein Verdienst der Mannschaft», leitet Trainer Felix Hollenstein Glückwünsche an seine Person gleich weiter. Aber diese Mannschaft hat unter ihm erstaunlich schnell Konturen angenommen und nach einer Saison des hilflosen Herumirrens schnell wieder Struktur und Hierarchie gefunden. Da spielt momentan jeder die Rolle, die ihm zugedacht ist, ohne zu murren. Und jeder trägt somit etwas zum Erfolg bei.

Die Liste beginnt bei den «Tenören»: Tommi Santala spielt überragend, Trainer Hollenstein nennt es beeindruckend. Mit 11 Skorerpunkten ist der Finne weiterhin die Nummer 1 der Liga. Defensiv ist sein Wert noch grösser: Gestern kassierte sein Block den ersten Gegentreffer dieser Saison überhaupt (das 0:1). Micki Dupont steht bereits bei zehn Punkten. Martin Gerber ist Spiel für Spiel sehr stark. Weitere Eckpfeiler waren gestern Center Michael Liniger, Allrounder Marcel Jenni, Matthias Bieber, Verteidiger Jim Vandermeer, Félicien Du Bois oder Peter Mueller.

Leone und Aurelio Lemm

In ihrem Schatten leisten die andern im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihre wichtigen Beiträge. Der Winterthurer Robin Leone zum Beispiel, der zu Saisonbeginn Mühe bekundet hatte, steigerte sich am Wochenende zu zwei Skorerpunkten. Im Derby gestern erzielte er die 2:1-Führung, es war erst sein zweites NLA-Tor (nach der Premiere zum Saisonbeginn vor einem Jahr in Davos). Janick Steinmann kämpft sich zu seinem ersten Saisontor (in Ambri).

Oder dann Aurelio Lemm. Der jüngere Bruder Romano Lemms war nur wegen der Absenzen ins Team zurückgekehrt. Gegen die ZSC Lions leistete er den grössten Anteil seiner Arbeitszeit, als er für zehn Minuten eine Strafe gegen Goalie Gerber absass. Und dann kam er im Penaltyschiessen zum Einsatz. «Es war klar, dass wir ihn auf der Liste dafür hatten», sagte Hollenstein. Aurelio Lemm lief als vierter Klotener Schütze an – und er versetze Lukas Flüeler mit «seinem» Trick zur Entscheidung. Die Flyers gewannen das Penaltyschiessen 2:0, Peter Mueller hatte sie als erster Schütze via Pfosten in Führung gebracht.

Es ist doch erstaunlich, dass die Zürcher Lemms Absicht nicht durchschauten. Immerhin hat er einst für sie gespielt, immerhin zeigte er diesen Trick (er schob den Puck nach einer Täuschung zwischen den Goalieschonern hindurch) schon beim Team-Cup in der ersten Septemberwoche gegen die Rapperswil-Jona Lakers.

Mit drei Powerplaytoren (einem Scharfschuss von Du Bois, dem nachgestocherten von Leone und dem durch Mueller fein vorbereiteten 3:3 durch Dupont) deckten die Flyers Defensivschwächen der Zürcher auf. Die trafen durch Cunti einmal in Überzahl (zum 3:2 aus ihrer Sicht), Ryan Keller hatte sie 1:0 in Führung gebracht, Ryan Shannon zum 2:2 ausgeglichen. Das war vor 6972 Zuschauern zu wenig. Die Spannung und die starke Klotener Chancenauswertung werden von diesem Derby in Erinnerung bleiben. Und für Raeto Raffainer die kurze Rückkehr aus der NLB (GCK) in die NLA.

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