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Heftige Kritik am angeblichen israelischen Raketenangriff in Syrien

Der von syrischen Staatsmedien dargestellte israelische Luftangriff in Syrien hat international heftige Kritik ausgelöst. Die libanesische Schiiten-Bewegung Hisbollah nannte den Angriff in einer Stellungnahme am Donnerstag eine "barbarische Aggression".

Sie erklärte sich solidarisch mit "der syrischen Führung, den Streitkräften und dem Volk". Die Bewegung schloss sich einem Bericht des syrischen Staatsfernsehens an, gemäss dem der Angriff einem Militärforschungszentrum gegolten habe.

Weiter warf die Hisbollah Israel vor, Teil einer "Verschwörung" gegen Syrien zu sein. Der Angriff mache deutlich, dass es darum gehe, Syrien und seine Armee zu zerstören, um die "Achse des Widerstands" zu brechen, erklärte die Schiitenpartei. Sie forderte die internationale Gemeinschaft und die arabischen Länder auf, Israel zu verurteilen.

US-Regierungsbeamte hatten zuvor gemäss Medienberichten einen israelischen Raketenangriff in Syrien bestätigt. Kampfjets hätten nahe der Hauptstadt Damaskus einen Konvoi bombardiert, der mit hochmodernen Flugabwehrwaffen auf dem Weg zur Hisbollah in Libanon gewesen sei.

Israel habe die USA über seine Attacke informiert, berichtete die "New York Times" am Mittwoch unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Informanten.

Die russische Regierung reagierte besorgt auf die von Israel bisher nicht bestätigten Berichte. "Wenn diese Informationen bestätigt werden, dann haben wir es mit nicht provozierten Angriffen auf Ziele in einem souveränen Staat zu tun", erklärte das Moskauer Aussenministerium am Donnerstag.

Dies wäre ein Verstoss gegen die UNO-Charta und "nicht hinnehmbar", hiess es in der Erklärung weiter. Russland habe dringliche Massnahmen eingeleitet, um die Vorgänge vom Mittwoch aufzuklären, erklärte das Ministerium. Die russische Regierung fordere erneut ein Ende der Gewalt in Syrien und verurteile jede Art von Intervention aus dem Ausland.

Auch die Arabische Liga verurteilte den israelischen Angriff mit scharfen Worten. Generalsekretär Nabil al-Arabi erklärte am Donnerstag, mit diesem brutalen Akt auf syrischem Territorium missachte Israel erneut die Souveränität eines arabischen Staates.

Dies sei ein klarer Verstoss gegen internationales Recht. Arabi forderte die internationale Staatengemeinschaft auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und für ein Ende der israelischen Angriffe auf arabische Länder zu sorgen.

Der erste israelische Luftangriff auf syrischem Gebiet seit 2007 löse Besorgnis aus, dass der Bürgerkrieg in dem Land sich auf die Region ausweite, meldete die "Washington Post". Die Hisbollah beschiesst Israel seit Jahren vom libanesisch-israelischen Grenzgebiet aus.

Israelische Politiker befürchten seit langem, dass durch den Bürgerkrieg chemische oder konventionelle Waffen in die Hand von Rebellen oder auch der Hisbollah fallen könnte. Die Lieferung moderner Flugabwehrraketen an die schiitische Bewegung, die weite Teile des libanesisch-israelischen Grenzgebiets kontrolliert, wird in Israel als Änderung des strategischen Gleichgewichts gewertet.

Für diesen Fall hatten sich Politiker in der Vergangenheit stets das Recht vorbehalten, auch militärisch einzugreifen. Allerdings agierte die Regierung in Jerusalem bislang sehr zurückhaltend in der Syrien-Krise, um nicht in den innersyrischen Konflikt hineingezogen zu werden.

Selbst als Granaten aus Syrien auf den von Israel annektierten Golan-Höhen einschlugen, war dies in ungewöhnlicher Zurückhaltung als irrtümlicher Beschuss gewertet worden.

(sda)

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