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Heftige Kritik an neuen Tierschutzbestimmungen

Ein Hund verhält sich übermässig aggressiv, wenn er einen Menschen oder ein Tier verfolgt und dabei knurrt: Wegen solcher Passagen lehnen die meisten Organisationen die neuen Verordnungen zum Tierschutz ab.

«Realitätsfremd, unnötig und nicht vollziehbar», lautet das Urteil des Schweizerischen Bauernverbands (SBV) zu den drei neuen Tierschutzbestimmungen, die bis gestern in der Anhörung waren. «Wer beurteilt, ob das Bellen freundlich oder wütend war?», schreibt der SBV zu einer Passage über aggressive Hunde. Der Verband fordert, dass Nutzhunde – etwa Hofhunde – von der neuen Verordnung ausgenommen werden. Für den Verband der Hundezüchter, die Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG), sind die Formulierungen zu aggressiven Hunden problematisch. So seien insbesondere jene Hunde gefährlich, die lautlos hetzten. Der Artikel in der Verordnung dient dazu, zu klären, welche Hunde an die Behörden gemeldet werden müssen. Aus Sicht der SKG ist der Artikel deshalb fehlplatziert, da die Verordnung die Haltung und den Umgang mit Hunden regeln solle. Kritik an Zuchtvorschriften Der SBV und die SKG lehnen auch die neue Verordnung über den Tierschutz beim Züchten von Tieren ab. Sie enthält Massnahmen, damit keine Tiere mit problematischen Eigenschaften mehr gezüchtet werden – beispielsweise Katze ohne Tasthaare. Aus Sicht des Bauernverbands sollte die landwirtschaftliche Nutztierhaltung nicht von der neuen Verordnung erfasst werden, für die Bauern gälten bereits Vorschriften im Landwirtschaftsgesetz. Der SBV und die SKG weisen auch darauf hin, dass viele Tiere aus dem Ausland eingeführt werden und deshalb die neuen Bestimmungen umgangen werden könnten. Wenn es in der Schweiz keine Heimtiere aus problematischen Züchtungen mehr geben soll, müsse das Gesetz auch den Import solcher Tiere verbieten, fordern die SKG und die Westschweizer Vereinigung von Züchtern von Rassehunden. Tierschutz will Mopsverbot Der Schweizer Tierschutz (STS) ist mit der neuen Verordnung zur Tierzucht mehrheitlich zufrieden. Er möchte aber noch zusätzliche Zuchtformen wie den Mops verbieten. Die neue Verordnung sei zudem nur ein erster Schritt: Ob sie greife, hänge von der Umsetzung ab, heisst es in der Stellungnahme des STS. Kritisch äussert sich auch die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST). Die Entwürfe gingen in die richtige Richtung, seien aber teilweise unklar formuliert. Die GST fordert der Bund auf, die Verordnungen zu überarbeiten.

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