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Heimstreit: Behörden beugen sich nicht

Die Meinungen zur Zukunft der Altersheime gehen im Tösstal völlig auseinander. Da keine Behörde die Variante 6 befürwortet, dürften die Kritiker nun ihre In­itia­ti­ve starten.

Der Streit um die Zukunft der Altersheime im Tösstal ist definitiv lanciert. Die Behörden beugen sich keineswegs dem Druck der Kritiker. Dies hat sich am Dienstagabend an der Behördenkonferenz gezeigt, an der fast alle Gemeinderäte der vier Verbandsgemeinden Turbenthal, Wila, Wildberg und Zell teilgenommen haben. Die Variante 6 (siehe Kasten), die von Kritikern und einigen Mitgliedern der Baukommission favorisiert wird, fiel bei den Gemeinderäten nämlich durch. «Diese Lösung will keine Gemeinde», erklärt Sprecher Martin ­Lüdin, Präsident der Heimkommission und Zeller Gemeindepräsident. Das Projekt ist für die Behörden überdimensioniert. Zudem wird das finanzielle Risiko als zu gross eingestuft. Es wird mit höheren Betriebskosten gerechnet, die sich auch auf die Heimtaxen niederschlagen würden. Lüdin ruft generell noch einmal in Erinnerung, dass die Betten im «Spiegel» in Rikon und im «Lindehus» in Turbenthal in den letzten fünf Jahren nur während dreier Monate voll besetzt waren. Derzeit seien acht Plätze frei. «Wir führen keine Warteliste. Das Überangebot wird in Zukunft zudem eher noch grösser.» Zwischen Kollbrunn und Bauma gibt es dank drei weiterer Heime rund 450 Betten. Zur Stimmung an der Behördenkonferenz sagt Lüdin: «Es wurde sehr engagiert und kontrovers diskutiert.» Die Behörden hätten sich mit der Variantenwahl sehr schwergetan. Einen definitiven Antrag gibt es weiterhin nicht. Klar ist einzig, dass es weitere Abklärungen für die Variante 5 braucht, die der Lenkungsausschuss der Arbeitsgruppe empfiehlt. Lüdin schliesst nicht aus, dass durch Modifikationen noch neue Lösungen entstehen könnten. Den definitiven Antrag wird der Lenkungsausschuss der Heimkommission unterbreiten, die dar­über befindet. Danach kommt die Vorlage vors Volk. Vorläufig gilt noch der bisherige Fahrplan, der die Abstimmung über den Projektierungskredit im Juni vorsieht. Dies dürfte aber ein sehr ehrgeiziges Ziel sein. Unverständnis bei Kritikern Dass sich keine Behörde mit der Variante 6 anfreunden kann, löst bei den Kritikern Kopfschütteln aus. «Das ist absolut unverständlich. Damit wird am Volk vorbeipolitisiert», sagt Urs Hans, Mitglied der Baukommission, der sich zumindest eine Auswahl erhofft hat. Der Verein für Lindehus und Spiegel (VLS), der in anderer Form schon die letzte Heimvorlage Ende November 2010 zu Fall gebracht hatte, dürfte damit seine angekündigte Volksin­itia­ti­ve starten. Die Kritiker wollten nur dar­auf verzichten, falls es keine Verzögerungen gibt und die Variante 6 zur Auswahl steht (siehe «Landbote» von gestern). Endgültig wird dar­über an der Vorstandssitzung Anfang Februar entschieden. VLS-Präsident Urs Kasser kann sich durchaus auch Änderungen an der Variante 6 vorstellen, etwa wenn es um die Grösse oder den Standort der Demenzstation geht. Lüdin macht sich derweil bereits auf die In­itia­ti­ve gefasst: «Ich habe kein Problem damit. Jeder hat das Recht dazu.» (fam)

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