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Heinzer führt Schweizer Team zum Triumph

Die Schweizer ­Degenfechter um Max Heinzer haben das Weltcupturnier in Vancouver gewonnen.

Max Heinzer, Fabian Kauter, Benjamin Steffen und Peer Borsky hatten sich bereits mit Rang 2 abgefunden. Vor der letzten Übernahme durch Heinzer schien der 29:37-Rückstand im Final gegen die Ukraine hoffnungslos angewachsen. Doch Heinzer, der mit seinem achten Weltcupsieg in Heidenheim erfolgreich ins Jahr gestartet war, deklassierte Anatoli Herej mit 16:4, womit die Schweiz am Ende 45:41 gewann. In den ersten zwei Minuten landete Heinzer 11:0 Treffer. «Ich denke jedes Mal, dass es fast nicht viel extremer geht», sagte er. Mit einem Angriffsspektakel und teilweise spektakulären Luftsprüngen bestätigte er einmal mehr seinen Ruf als Offensivfechter. «Ich kann mich sehr gut auf das letzte Gefecht einstellen», sagte Heinzer, der diese besondere Herausforderung wie kaum ein anderer Fechter in der Weltspitze liebt.

Déjà-vu gegen die Ukraine

Mit der jüngsten Grosstat übertraf Heinzer sogar seinen Effort vom letztjährigen EM-Halbfinal gegen die Ukraine, als er den ­damaligen Weltranglistenvierten Bogdan Nikischin deklassierte. Heinzer hatte als Schlussfechter bei einem 18:23-Rückstand übernommen und führte das Team zu einem 35:34-Sieg nach Verlängerung. Am Ende holten die Schweizer den dritten EM-Titel in Folge.

Auch beim zweiten Platz zum Weltcup-Saisonauftakt im letzten Herbst in Bern hatte Heinzer als Schlussfechter nachhaltig imponiert, als er gleich drei Aufholjagden in Folge gegen hochkarätige Schlussgegner realisierte. «Ich bin froh, dass wir nun nach zuletzt zwei sechsten Plätzen in Folge wieder Moral tanken konnten», sagte er. Gleichwohl war es kein Selbstläufer. Im Startgefecht gegen das als Nummer 19 gesetzte Estland (44:43) stand man dem Aus nahe. «Da haben wir alle schlecht gefochten», so Heinzer.

Der Sieg in Vancouver war auch der erste Erfolg des Schweizer Degenteams seit Angelo Mazzoni auf diese Saison hin abgab und dessen italienischer Landsmann und Heinzers persönlicher Trainer Gianni Muzio (68) übernahm. «Mit Muzio ist das Mitspracherecht etwas grösser. Wir können das taktische Vorgehen auch eher mitbestimmen.»

Mission Rio 2016

Nun beginnt die Vorbereitung auf den Einzel-GP in Budapest (21./22. März), ehe einen Monat später mit den Schweizer Meisterschaften der letzte Test vor Beginn der einjährigen Olympia-Qualifikationsphase ansteht. Die Schweizer wollen als Team die Qualifikation für Rio 2016 schaffen. Per Ende März 2016 muss man zumindest zu den Top 5 Europas zählen, um sich die Team-Qualifikation und damit gleichzeitig drei Einzel-Startplätze zu sichern. Die Heim-EM 2015 im Juni in Montreux und die WM 2015 in Moskau werden dabei einen zentralen Stellenwert haben. Die Olympia-Qualifikationsphase wird in einem Jahr mit dem Weltcup in Vancouver beendet.

In der Weltrangliste werden die Schweizer nach dem jüngsten Sieg hinter Frankreich und Südkorea auf Rang 3 verbleiben, da nach der Streichung von Buenos Aires aus dem Kalender der letztjährige Weltcup-Triumph von ­Paris aus der Wertung fällt. si

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