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Herbst mit Gegenwind

Die Geschäftslage der Unternehmen in der Schweiz hat sich merklich abgekühlt. Schlechter läuft es nicht im Export, sondern bei binnenorientierten Unternehmen, wie eine Umfrage der ETH-Konjunkturforschungsstelle KOF zeigt.

Am stärksten sei der Gegenwind diesen Herbst im Detailhandel, sagte KOF-Ökonom Klaus Abberger zu der Umfrage bei über 5900 Unternehmen. Der Geschäftslagenindikator sank im Detailhandel zum vierten Mal in Folge, denn weder die Kundenfrequenzen noch die Umsätze erreichten die Vorjahreswerte. Zudem sind die Preise wieder unter Druck. Dabei wäre die Ausgangslage eigentlich gut angesichts steigender Beschäftigung und real höherer Löhne, sagte Abberger. Aber auch der am Vortag publizierte Konsumentenstimmungsindex des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco zeige eine Verschlechterung. Offenbar wirkten internationale Entwicklungen verunsichernd, und es werde eher gespart. Abberger erwartet eine Erholung des Konsums. Ob wieder die gleiche Schubkraft erreicht werde, sei aber fraglich.

Stabile Schweizer Industrie

Rückläufig ist der Geschäftsgang zudem auf dem Bau. Die Lage sei nicht mehr ganz so gut wie zuvor. «Der Landeanflug hat begonnen», sagte Abberger. Ob es eine sanfte Landung werde, sei offen. Gewisse Bereiche seien gesättigt, und es werde eine weniger lebhafte Nachfrage erwartet. Die Auftragsbestände sind derzeit laut der KOF-Umfrage aber nach wie vor hoch, und von einem schlechten Geschäftsgang sprechen weiterhin nur wenige Baufirmen. Es habe aber eine Verlagerung der Einschätzungen von «gut» zu «befriedigend» gegeben. Nahezu stabil hält sich die Schweiz Industrie, wie Abberger festhielt. Bei der Geschäftslage gebe es auch bei besonders exportorientierten Firmen keine Eintrübung. Die Euphorie habe gegenüber Anfang Jahr aber nachgelassen. Speziell erkundigte sich die KOF bei ihrer im Oktober durchgeführten Umfrage über die Russland-Problematik: Diese sei bei den Firmen «kein grosses Thema». Die überwiegende Mehrheit gab an, nur sehr gering abhängig zu sein von Geschäften mit Russland, sowohl direkt als auch indirekt. Auch bei Unternehmen mit einem spürbaren Anteil Russland-Geschäft habe sich die Lage nicht relevant verschlechtert. Das Schweizer Gastgewerbe berichtete von einer nicht mehr ganz so tristen Geschäftslage. Dazu trug der schöne Spätsommer bei. Bei Banken und Versicherungen ist die Geschäftslage nicht mehr ganz so positiv. Beim Personal bauen die Banken aber weniger ab, die Versicherungen aber weniger aus, sagte Abberger. Trotz des insgesamt schlechteren Geschäftsgangs sind die Erwartungen für das kommende halbe Jahr praktisch unverändert: Die Unternehmen zeigten sich weiterhin verhalten zuversichtlich.

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