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Hinter der Schlappe der Linken versteckt sich ein Erfolg

Die hohe Ablehnung der Mindestlohn-Initiative muss den Gewerkschaften aus der Sicht der Medien zu denken geben. Einige Kommentatoren attestieren aber den Arbeitnehmervertretern, dass sie dank dem Begehren bei Verhandlungen höhere Löhne herausholen konnten.

Durchgehend wird das wuchtige Nein zu einem Mindestlohn von 4000 Franken als Votum gewertet, wonach der Staat bei der Lohnfestlegung keine Rolle spielen soll. "Das Volk will grundsätzlich nicht, dass der Staat Löhne festlegt. Schon gar nicht flächendeckend", schreibt die "Neue Zürcher Zeitung".

Zur gleichen Feststellung gelangen fast alle Kommentatoren. Das heisse aber auch, dass "anständige Arbeitsbedingungen... notfalls über Warnstreiks und Arbeitsniederlegungen" errungen werden müssten, folgert der "Tages-Anzeiger."

Der Linken müsse es zwar zu denken geben, dass sie "nicht einmal die eigene Basis von einem Ja überzeugen konnte", stellt die "Aargauer Zeitung" fest. Das Votum sei aber vor allem auch ein "Beleg, dass die Schweiz bürgerlich tickt".

Inoffizielle Lohngrenze

Hingewiesen wird vielerorts auf den taktischen Hintergrund der Gewerkschaftsinitiative. 4000 Franken seien inzwischen zu einer Art inoffizieller Lohngrenze geworden, stellt die NZZ fest. Viele neuere Gesamtarbeitsverträge enthielten Mindestlöhne. Damit sei die Rechnung für die Gewerkschaften doch aufgegangen.

Das wuchtige Nein dürfe wegen der Erfolge in mehreren Sektoren - etwa bei den Detailhändlern Lidl und Aldi - nicht überinterpretiert werden, hält auch die "Tribune de Genève" fest.

Der "Blick" wertet den tiefen Ja-Anteil von rund 23 Prozent als Zeichen, dass die Gewerkschaften sich weit weg von der Basis befänden. Für die "Basler Zeitung" müssten nach der Abstimmung die Mindestlöhne auch aus den Gesamtarbeitsverträgen verschwinden.

(sda)

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