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«Höher als je zuvor»

barcelona. Die Andelfinger Stabspringerin Jasmine Moser von der LV Winterthur misst sich diese Woche in Barcelona mit den weltbesten U20-Athletinnen.

Ein schlechtes Omen muss eine missglückte Hauptprobe nicht sein. Missglückt aber ist der Nachwuchsstabspringerin Jasmine Moser dieser letzte Wettkampf vor dem gezielt angesteuerten Saisonhöhepunkt. Die 17-Jährige verpasste an den Schweizer Einkampf-Meisterschaften in Bern die angesteuerte Medaille – als Sechste klar. Nach der übersprungenen Anfangshöhe von 3,70 m passte gar nichts mehr. Ein kleiner Trost blieb: Die zwei Jahre jüngere Schwester Angelica Moser übersprang 3,90 m, verbesserte ihren eigenen U16-Rekord und gewann jene Bronzemedaille, die Jasmine angesteuert hatte.

Den Fokus hatte Jasmine Moser aber nicht primär auf die nationalen Titelkämpfe gelegt. «Ich muss in Barcelona hoch springen», verdeutlichte sie. Grund dafür: Die letztjährige Vierte an den Europäischen Olympischen Jugendspielen misst sich in der katalonischen Metropole mit den Weltbesten der nächsthöheren Altersklasse. Und jetzt, bei den U20-Athletinnen, weiss sie, wie schwierig eine Topklassierung zu erreichen sein wird. Die Qualifikationshöhe für den Final der besten 12 ist auf 4,10 m festgelegt – eine Höhe, die 15 Zentimeter über Mosers Besthöhe liegt.

Ihre persönliche Zielsetzung definiert sie denn auch anders: «Ich will höher springen als je zuvor», sagt sie. Dass eine Höhe über 4 m möglich ist, ist sie überzeugt. «Wir haben den Formaufbau gezielt auf diesen Termin ausgerichtet», sagte sie und meint mit «wir» neben sich ihren Stab-Coach Marco Aeschlimann vom Leistungszentrum Zürich sowie ihre Eltern Monika und Severin Moser.

Erfahrung sammeln

Unter besonderem Druck sieht sich Jasmine Moser nicht. Auch nächstes und übernächstes Jahr wird sie in dieser Kategorie startberechtigt sein. «Mir bleibt noch Zeit», sagt sie. «Erfahrung sammeln», will sie in erster Linie. «Das ist eine megacoole Chance», hält sie fest – eine Gelegenheit, auf internationaler Ebene weitere wertvolle Eindrücke zu erlangen.

Einfach ist für Jasmine Moser die bisherige Sommersaison nicht verlaufen. Trotz guter Schulnoten, belasteten sie die Maturaprüfungen der letzten Wochen. «Ich wollte eben auch in der Schule mein Bestes geben», sagte sie. Diese Doppelbelastung sorgte für Druck. Zeitweise gelang es ihr überhaupt nicht mehr, die Kon­zen­tra­tion für den Sport aufzubringen und die diffizilen Bewegungsabläufe im Training sauber auszuführen. «Es gab eine Woche, da verzichtete ich völlig aufs Stabspringen», sagte sie. Es hätte keinen Sinn gemacht.

«Abartig früh»

Jetzt aber ist Jasmine Mosers Fokus wieder zum Stabspringen zurückgekehrt. Sie will ihre Möglichkeiten ausschöpfen und alles für eine «perfekte Leistung» tun. Einfach wird ihr die Aufgabe allein durch den Zeitpunkt des Wettkampfbeginns nicht gemacht. Auf 9.30 Uhr am Donnerstagmorgen ist dieser angesetzt. Als «abartig früh» bezeichnet Jasmine Moser den Zeitpunkt. Bereits um 7.30 Uhr müsse sie mit dem Warmlaufen beginnen, um sich rechtzeitig in die entsprechende Verfassung zu bringen. Mit gezielten Aktionen hat sie sich aufs Ungewohnte eingestellt. So trainierte sie in letzter Zeit regelmässig früh morgens. Die Vorgabe ist für sie klar: «Es geht darum, dass ich sofort bereit bin und ich meine Form in die gewünschten Höhen umsetzen kann.»

Nach dieser U20-WM gönnt sich Jasmine Moser vorerst einige Tage Stabhochsprung-Abstinenz. Sodann gilt die Aufmerksamkeit auch anderem: den Schweizer Mehrkampf-Meisterschaften auf der einen Seite, den nationalen Staffel-Titelkämpfen und der Team-SM zum andern. Und klar ist auch, wie es sportlich und studienmässig weitergehen soll: Jasmine wird in die USA ziehen, um in Washington DC mit einem Sportstipendium an der örtlichen Universität schulisch und sportlich das Optimum herauszuholen.

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