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Höhere Billettpreise stärken das Kostenbewusstsein

Nach einer einjährigen Verschnaufpause folgt der nächste Schritt: Bahnfahren wird ab dem Fahrplanwechsel vom 14.Dezember 2014 wieder teurer. «Noch teurer», werden Pendler und andere Bahnfahrer aufstöhnen, nachdem die Preise schon Ende 2012 um 5,7 Prozent erhöht worden sind. Dieses Mal sind es zwar «nur» 2,9 Prozent. Doch auch dies ist happig, gerade in Zeiten einer rückläufigen Teuerung. Der Preisüberwacher hat zwar den Aufschlag beim Halbtax und den 9-Uhr-Tageskarten vorerst abgewendet. Doch dies bringt den Pendlern ebenso wenig Entlastung wie die «Rabattbillette» auf Paradestrecken, welche die SBB neu anbieten müssen. Alles in allem bleibt die Bilanz aus Pendlersicht trüb. Der Kluge, der im Zuge reist, wird immer stärker zur Kasse gebeten. Das ist unschön, aber richtig. Der Kostendeckungsgrad der Schiene liegt bei 44 Prozent. Es ist das erklärte Ziel des Bundes, die Bahnfahrer stärker an den steigenden Kosten zu beteiligen. Sie sind zum grossen Teil die Folge des massiven Ausbaus der letzten Jahre. Vielleicht wäre dieser etwas massvoller ausgefallen, wenn die Konsequenzen in Franken und Rappen im Voraus bekannt gewesen wären. Heute kann man nur noch hoffen, dass dank der neuen Bahnfinanzierung mit Fabi, die das Volk im Februar dieses Jahres guthiess, die Folgekosten des Bahnausbaus künftig nicht mehr unterschätzt werden. Angesichts der rasant zunehmenden Mobilität scheint es unausweichlich, das Verursacherprinzip zu stärken. Das gilt auch für die Strasse. Natürlich ist es heikel, wenn die Bahn im Vergleich zur Strasse massiv teurer wird. Aber vorerst braucht man kaum Angst zu haben, dass das Auto die Bahn in deren Paradedisziplin – der Verbindung von Stadt zu Stadt – überholt: Gemäss einer Studie des Preisüberwachers kostete eine Autofahrt auf Strecken wie Bern–Zürich oder auch Disentis–Chur 2013 insgesamt immer noch etwa doppelt so viel wie ein Bahnticket – und zwar ohne Halbtax.

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