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Höhere Horttarife und weniger Rabatt

Der Stadtrat erhöht 2015 die Horttarife – weil die Familien bei den Steuern sparen. Die Begründung tönt abenteuerlich, erscheint aber bei genauem Blick handfest.

Familien werden ab der nächsten Steuererklärung dank viel höheren Kinderabzügen reichlich Geld sparen können. Durch diese Steuererleichterungen werde die Stadtkasse «doppelt belastet», findet der Stadtrat und teilte gestern mit, ab Februar 2015 die Horttarife etwas anzuheben. Die Stadtkasse doppelt belastet? Wie ist das gemeint? Klar ist dies: Die Kinderabzüge steigen von heute 7400 auf 9000 Franken pro Kind; und für externe Kinderbetreuung können neu bis zu 10 000 Franken (bisher maximal 6500) abgezogen werden. Was die Familien entlastet und freut, bedeutet für die Stadt weniger Steuereinnahmen in der Kasse. Bis 300 000 würden fehlen Zweitens – und deshalb spricht Stadtrat Stefan Fritschi (FDP) von einer doppelten Belastung – kämen dadurch mehr Familien in den Genuss von Subventionen für den Hort – weil eben das steuerbare Einkommen sinkt, das seit 2012 als Berechnungsgrundlage der Horttarife gilt. Fritschis Fachleute schätzen die Mindereinnahmen auf gegen 300 000 Franken. Zwei Massnahmen zur Kompensation hat der Stadtrat deshalb beschlossen: Der Maximalbetrag pro Kind und vollem Horttag steigt von 89 auf 92 Franken. Bei den subventionierten Betreuungstarifen erfolgt die Erhöhung proportional. Der Maximaltarif ist fällig für Eltern mit mehr als 75 675 Franken steuerbarem Einkommen. Interessierte können auf www.kinderbetreuung.winterthur.ch ihre Tarife berechnen. Die zweite Massnahme ist noch entscheidender: Wer zwei oder mehr Kinder betreuen lässt, profitiert vom sogenannten Geschwisterrabatt, der bisher 10 bis 25 Prozent betrug – «sehr grosszügig», sagt Fritschi. Der Rabatt wird nun beschränkt auf 5 Prozent bei zwei und 10 Prozent ab drei Kindern. Und er gilt nur für Hortkinder – Betreuung in einer Kita oder Tagesfamilie gelten nicht mehr. Fritschi findet, diese Massnahmen seien in der heu­tigen Situation notwendig und «ausgewogen».

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