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Hörbehinderte werden stärker zur Kasse gebeten

Unter dem neuen Vergütungssystems für Hörgeräte zahlen Versicherte massiv mehr aus dem eigenen Portemonnaie. Der Wettbewerb bleibt schwach und das Preisniveau hoch, wie eine Studie zeigt.

Seit Mitte 2011 erhalten Hörbehinderte von der Sozialversicherung weniger Geld für Hörgeräte. So zahlt die IV für die Versorgung eines Ohres noch eine Pauschale von 840 Franken. Unter dem alten Tarifsystem war es im Schnitt mehr als doppelt so viel. Vom Systemwechsel versprachen sich die Bundesbehörden mehr Wettbewerb und ein Sinken der «teilweise stark übersetzten» Hörgerätepreise. Eine Zwischenbilanz im Auftrag des Bundesamtes für Sozialversicherungen zeigt jetzt ein durchzogenes Bild. Die Preise für die Hörhilfen gingen zwar leicht zurück. Mit durchschnittlich 8 Prozent ist die Reduktion allerdings gemäss Studie «geringer als ursprünglich erhofft». Dazu trugen vor allem Anbieter bei, die sich auf das Billigsegment spezialisiert haben, etwa Apotheken und Drogerien. Bei den meisten namhaften Akustikgeschäften haben sich die Gesamtkosten im Pauschalsystem sogar noch erhöht. Ohne zu murren, berappen offenbar die meisten Versicherten die Differenz zwischen der niedrigeren Pauschalvergütung und dem teureren Hörgerät. Zahlten die Hörbehinderten bereits im Tarifsystem zwischen 1000 und 4000 Franken aus der eigenen Tasche, so sind es jetzt je nach Versorgungstyp 570 bis 1200 Franken mehr.

«Kaum Erfolgsgeschichte»

Die tieferen Versicherungsleistungen haben somit gemäss der Studie nur wenig Preisdruck auf die Anbieter ausgelöst. Einen Lichtblick orten die Autoren in der grösseren Produktevielfalt und den sinkenden Marktanteilen grosser Hersteller. Der Preisüberwachung erscheinen die Auswirkungen des Systemwechsels auf Wettbewerb und Preise «sehr bescheiden, das heisst fast nicht nachweisbar». Gemessen an den ursprünglichen Zielen, könne kaum von einer «Erfolgsgeschichte» die Rede sein, sagte der stellvertretende Preisüberwacher Beat Niederhauser auf Anfrage.

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