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Hoffen auf Wetterglück und die Schweizer Equipe

ST. Gallen. Aufatmen bei den Organisatoren des CSIO St. Gallen: Olympiasieger Steve Guerdat startet sowohl im Nationenpreis als auch im Grand Prix mit seinem Spitzenpferd Nino des Buissonnets.

Die Schweizer Springreiter werden also beim einzigen Nationenpreis im eigenen Land in Bestbesetzung auf Punktejagd gehen. Neben dem Jurassier Steve Guerdat mit seinem 13-jährigen Franzosen-Wallach Nino des Buissonnets, der die Freilufthauptprobe am vergangenen Wochenende in Rom bestanden hat, werden Pius Schwizer mit Toulago, Paul Estermann mit Castlefield Eclipse und einer aus dem Duo Jane Richard Philips mit Pablo und Romain Duguet mit Quorida de Treho die Schweizer Farben am Freitagnachmittag im mit 200 000 Euro dotierten Nationenpreis vertreten. Die Equipe des neuen Teamchefs Andy Kistler wird an der vierten Station der Europa Division I zum dritten Mal auf Punktejagd gehen. Der Aufgalopp in Lummen Anfang Mai glückte mit Platz 1. Der zweite Auf(t)ritt missriet. In La Baule wurden die Schweizer Letzte. «Keiner fiel ab, aber kein Paar kam im zweiten Durchgang fehlerlos durch. Das rechnete sich schlecht», resümiert Kistler.

In St. Gallen streben die Schweizer den ersten Nationenpreis-Sieg seit 14 Jahren (2000 in Luzern) an, der wohl gleichbedeutend mit der vorzeitigen Qualifikation für den Nationenpreis-Final im Oktober in Barcelona sein dürfte, den die sieben besten Equipen der europäischen Spitzenliga erreichen. Die Konkurrenz in der Ostschweiz ist dürftig. Kaum je zuvor war das Teilnehmerfeld so schwach besetzt. Nur vier der 30 besten Reiter der Weltrangliste, dar­un­ter Guerdat und Schwizer, messen sich im Naturstadion Gründenmoos am Waldesrand auf Rasen.

«Kein Selbstläufer»

Holland, Schweden und Olympiasieger Grossbritannien entsenden nur drittklassige Teams, Deutschland ist sogar mit keiner Equipe am Start. St. Gallen wird dieses Jahr durch den Fünfstern­event des CSI Hamburg arg konkurrenziert, und auch in Eindhoven und Bourg-en-Bresse finden gleichzeitig gut dotierte CSI statt. «Es wird aber kein Selbstläufer», warnt Kistler. «Unsere Spitzenkräfte müssen gut und präzise reiten. Der CSIO St. Gallen ist nach den Weltreiterspielen in der Normandie und dem Nationenpreis-Final in Barcelona eines der Hauptziele in dieser Saison.»

Steve Guerdats Nino genoss nach dem Weltcupfinal in Lyon, wo er nach zwei von drei Finalprüfungen noch in Führung lag, ehe er noch auf Rang 5 abrutschte, eine fünfwöchige Pause. «Nino wird bewusst nur sporadisch eingesetzt», so der Jurassier. «Der Turnierplan ist dichter geworden. Ich will mein Spitzenpferd nicht übermässig strapazieren, gebe Nino lieber mal wieder eine Erholungspause und verlängere dadurch seine Karriere.» Er sei in Form, verriet der Olympiasieger, der in St. Gallen noch nie den GP oder den Nationenpreis gewonnen hat. Vielleicht jubelt er am Wochenende, für das die Veranstalter mehr Wetterglück wünschen als letztes Jahr, als das Turnier wegen ergiebiger Regengüsse vorzeitig abgebrochen werden musste.

770 000 Franken Preisgeld

Insgesamt werden an den zehn internationalen Springen in St. Gallen 64 Reiter und Reiterinnen aus 17 Ländern teilnehmen. In den fünf Weltranglistenspringen geht es um ein Totalpreisgeld von über 770 000 Franken. Sportliche Höhepunkte sind neben dem Nationenpreis am Freitag der Grand Prix am Sonntag sowie das Grosse Peter-Stössel-Memorial-Jagdspringen am Samstag. (si)

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