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Hofstetten lehnt Fusionspartner ab

Die Fusion von Hofstetten und Schlatt ist gescheitert: Das Hofstetter Stimmvolk hat dem Zusammenschluss eine klare Absage erteilt, die Schlatter wären dafür offen gewesen.

Am Schauenberg wird vorerst keine neue Gemeinde entstehen. Trotz der drohenden hohen Steuerbelastung lehnen die Hofstetter Stimmbürger Schlatt als Fusionspartner ab. Sie haben den Zusammenschlussvertrag mit 207 Nein zu 76 Ja deutlich bachab geschickt. Der Nein-Stimmen-Anteil lag bei 73 Prozent (siehe Grafik). Ganz anders fiel das Resultat in Schlatt aus: Dort zeigten sich 205 Stimmbürger offen für eine Fusion, 98 waren dagegen. Die Stimmbeteiligung lag in Schlatt bei gut 60 Prozent, in Hofstetten bei rekordverdächtigen 84 Prozent. Dem Hofstetter Gemeindepräsident Dieter Lang war bewusst, dass es knapp werden würde. In dieser Deutlichkeit hat er das Ergebnis aber nicht erwartet: «Ich bin doch sehr verwundert.» Es sei relativ eigenartig, dass sich die Bevölkerung, die sonst eigentlich nüchtern entscheide, so auf die Schlammschlacht eingelassen habe. Speziell ist der Entscheid auch vor dem Hintergrund, dass Hofstetten im Gegensatz zu Schlatt dem neuen Finanzausgleich zugestimmt hat. Eine Analyse fällt Lang schwer: «Die Gründe sind sehr diffus.» Er warnt allerdings: «Es ist blauäugig, zu glauben, dass uns der Kanton unter die Arme greifen wird.» Für Lang gibt es nach dem Nein nur Verlierer: «Jetzt zahlen wir mehr für weniger Komfort.» Der Steuerzahler wird zur Kasse gebeten, die Dienstleistungen werden abgebaut, die Liegenschaften verlieren an Wert. Zusätzlich droht Hofstetten vom Kanton gar eine Kürzung des Übergangsausgleichs, weil man sich nicht fusionswillig zeigt. «Wir sind nicht gegen Fusion» Daran glaubt Peter Zinggeler vom Gegnerkomitee «Transparenz am Schauenberg» nicht: «Wir sind ja nicht gegen eine Fusion.» Es sei wohl allen klar, dass Hofstetten langfristig nicht alleine existieren könne. Elgg sei einfach naheliegender als Partner. Das klare Nein erklärt sich Zinggeler, der gestern aus Freude die Schweizer Fahne gehisst hat, so: «Die Leute wurden zu stark bedrängt.» Vorerst will sich das Gremium nun zurückhalten: «Wir wollen den Gemeinderat zu nichts drängen.» Der Schlatter Gemeindepräsident Urs Schäfer ist derweil enttäuscht, dass der erste Schritt für eine Gemeinde ­Eulachtal nicht zustande gekommen ist. «Es kann aber immer noch das Ziel sein.» Nun müsse man einfach einen anderen Weg finden. Ganz so schlimm ist das Ergebnis für Schäfer daher nicht: «Klar wären wir mit einer Fusion besser gefahren, aber bei uns ist der Druck noch nicht so gross.» Ein neues Fusionsprojekt ist bis zum Ende der Legislaturperiode 2014 kaum zu erwarten, obwohl für Hofstetten eigentlich nur noch Elgg in Frage kommt. «Jetzt müssen wir erst einmal zum Alltag zurückkehren und den Sparhebel ansetzen», sagt Lang. Auch in Schlatt will man laut Schäfer wohl die nächsten Behördenwahlen abwarten. Ein nächster Entscheid mit Signalwirkung wird die Grundsatzabstimmung zur grossen Schulfusion im ­Eulachtal Mitte 2013 sein. Die geplante Fusion wäre nach Bertschikon und Wiesendangen erst der zweite Gemeindezusammenschluss im Kanton Zürich seit 1934 gewesen. Der Regierungsrat hätte die Fusion mit 2,4 Millionen Franken unterstützt.

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