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Hohe Geldstrafe für Exhibitionisten

Ein Sachbearbeiter aus der Region Winterthur hat vor minderjährigen Schülerinnen onaniert. Nun wurde der Mann zu einer unbedingten Geldstrafe von 10 000 Franken verurteilt.

«Ich lebe heute in geordneten Verhältnissen», beteuerte der heute 36-jährige Schweizer gestern vor dem Zürcher Obergericht. Die Vorwürfe der Anklage konnte er damit aber nicht weniger geltend machen. Der einschlägig vorbestrafte Mann hatte im Frühjahr 2010 wiederholt vor minderjährigen Schülerinnen öffentlich onaniert. In Winterthur entblösste er vor einer 15-jährigen Handelsschülerin sein Gemächt. Als das Mädchen den Unhold fragte, ob er eigentlich blöd sei, suchte er das Weite. Nur 13 Tage vor dem Vorfall hatte der Beschuldigte bereits in Niederglatt vor einer Person auf offener Strasse onaniert. Der Verteidiger erklärte gestern vor dem Zürcher Obergericht, dass sein Klient aus mangelnder Aufmerksamkeit gehandelt habe. Der heutige Sachbearbeiter sei in seiner frühen Kindheit von der leiblichen Mutter betrogen und verstossen worden. Deshalb suche er nach Fürsorge und Geborgenheit.

Hohe Rückfallgefahr

Dem in der Region Winterthur wohnhaften Mann wurde ein psychiatrisches Gutachten ausgestellt, das die Rückfallgefahr für weitere exhibitionistische Handlungen als sehr gross einstuft. Für den Tatzeitpunkt stellte der Psychiater deshalb auch eine leichtgradige Verminderung der Schuld­fähigkeit fest. Der Mann unterzieht sich heute freiwillig einer psychiatrischen Behandlung und ist in jüngster Zeit nicht mehr negativ aufgefallen. Diese Tatsache würde ebenfalls für ein vermindertes Urteil sprechen.

Verteidigung und Staatsanwaltschaft vertraten gestern im Prozess unterschiedliche Standpunkte. Während der Anwalt eine Geldstrafe von rund 180 Tagessätzen als angemessen einstufte, setzte sich die zuständige Staatsanwältin für eine unbedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten ein. Allerdings war sie auch damit einverstanden, dass der Strafvollzug allenfalls zugunsten einer ambulanten Psychotherapie aufgeschoben werden könnte, um dem Mann damit eine letzte Chance zu geben.

Das Obergericht lehnte zum Schluss eine aufgeschobene Freiheitsstrafe ab und setzte wegen Exhibitionismus eine empfindlich hohe, unbedingte Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 100 Franken fest. Der Mann muss aber nicht nur die insgesamt 10 000 Franken bezahlen, die Oberrichter ordneten zudem eine ambulante Behandlung an. Mit einer aufgeschobenen Freiheitsstrafe wäre der Mann deutlich günstiger gefahren.

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