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Hohe UNO-Auszeichnung für kolumbianische Frauenrechtsgruppe

Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) zeichnet eine kolumbianische Frauenrechtsorganisation mit dem Nansen-Flüchtlingspreis 2014 aus. Die "Red Mariposas de Alas Nuevas Construyendo Futuro" werden für ihr Engagement für Opfer sexueller Gewalt geehrt.

Die Organisation, deren Namen übersetzt etwa "Schmetterlinge, die mit neuen Flügeln eine Zukunft aufbauen" bedeutet, habe bereits über tausend Frauen und deren Familien in Kolumbien geholfen, teilte das UNHCR am Freitag mit. Dabei riskierten die "Schmetterlinge" nicht selten ihr eigenes Leben.

Kolumbien ist laut dem UNHCR nach Syrien das Land mit den weltweit meisten Binnenvertriebenen, Menschen, die in ihrer Heimat auf der Flucht sind. In der Industriehafenstadt Buenaventura, in der die Organisation tätig ist, sei die Verwüstung des Jahrzehnte langen bewaffneten Konflikts besonders augenfällig.

Frauen gerieten besonders oft zwischen die Fronten von rivalisierenden bewaffneten Gruppierungen, schreibt das UNHCR. Aus Rache oder zur Machtdemonstration würden systematisch Frauen und Kinder gefoltert, vergewaltigt oder getötet. Die Opfer seien oft zu verängstigt, um die Täter anzuzeigen.

"Grenzenloser Mut"

Hier setzen die Freiwilligen der Organisation an: Sie verschaffen verletzten Frauen medizinische Hilfe und bestärken sie, ihre Peiniger anzuzeigen. Ausserdem halten die Mariposas Workshops zu Rechtskenntnissen oder Alltagskompetenzen ab, mit derer Hilfe die betroffenen Frauen ihr Selbstwertgefühl und ihre Kraft zurückgewinnen, wie das UNHCR schreibt.

"Diese Frauen leisten aussergewöhnliche Arbeit unter schwierigsten Bedingungen", wird UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres, in der Mitteilung zitiert, "ihr Mut ist grenzenlos".

Der Nansen-Flüchtlingspreis ist nach dem ersten Flüchtlingskommissar des Völkerbundes und norwegischen Polarforscher Fridtjof Nansen benannt und mit 100'000 Dollar dotiert. Er wird jährlich vom UNHCR für besonderen Einsatz für Flüchtlinge vergeben. Die Preisverleihung findet am 29. September in Genf statt.

(sda)

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