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Holland: Ein Tableau wie eine gemähte Wiese

Mit Holland spielt am Sonntag das erste von sechs europäischen Teams im Achtelfinal. Gegner ist das erstarkte Mexiko.

Holland hat wieder einmal eine überzeugende Vorrunde hingelegt. 3 Spiele, 3 Siege, was will man mehr. Ohne Punktverlust blieben neben «Oranje» nur Kolumbien, Argentinien und Belgien. Das 5:1 gegen Spanien weckte die Hoffnung, es könnte wie vier Jahre zuvor wieder zu einem Höhenflug reichen. Das Tableau jedenfalls präsentiert sich unverhofft vielversprechend, fast wie eine gemähte Wiese. In Holland, traditionell eine Wiege des Selbstbewusstseins, wird der Blick jedenfalls bereits weit voraus gerichtet.

Mexiko scheint keine unüberwindbare Hürde, und im Viertelfinal träfe der Finalist von 2010 auf Costa Rica oder Griechenland. «Wenn wir gegen Mexiko gewinnen, dann ist auch der WM-Final möglich. Das muss uns bewusst sein», sagt Arjen Robben. Doch der Stürmerstar von Bayern München relativiert sogleich: «Der Spielplan ist auch eine Falle. Hunderttausend Menschen haben mir schon gesagt, der Weg zumindest in die Halbfinals sei bei diesen Gegnern frei. Aber so einfach ist es nicht.»

Hollands Coach Louis van Gaal muss für den Match gegen Mexiko auf Leroy Fer verzichten. Der hatte als Joker gegen Chile getroffen, muss nun aber wegen einer starken Zerrung im Oberschenkel pausieren. Wichtiger ist, dass Robin van Persie nach seiner Sperre wieder verfügbar ist. Auf der linken Abwehrseite wird zudem auch wieder Dirk Kuyt erwartet. Der einstige Mittelstürmer steht vor seinem 100. Länderspiel.

Holland spielt am Sonntag um 18 Uhr im warmen Fortaleza, fast am Äquator. Kein Wunder, hat Mexikos Trainer Miguel Herrera da so seine meteorologischen Wünsche: «Hoffentlich scheint die Sonne stark.» Glutofen-Temperaturen ertragen seine Spieler weit besser, glaubt der heissblütige Coach.

Nach einer schwierigen Qualifikation hat Herrera, erst seit Oktober des Vorjahres im Amt, seiner Equipe wieder neues Leben eingehaucht. Nun lockt die erstmalige Qualifikation für die Viertelfinals seit der Heim-WM von 1986. Zuletzt war fünfmal hintereinander der Achtelfinal die Endstation gewesen. Fehlen wird allerdings nach einer zweiten Gelben Karte José Vazquez, der gewöhnlich die Position vor der Fünfer-Abwehr einnimmt. Wichtig wird auch sein, wie Miguel Layun die schwierige Aufgabe löst, die Kreise des in Brasilien so überragenden Robben einzuengen.

Aussenseiter wollen mehr

Wer auf seinem Tippzettel vor der WM vermerkte, dass sich Costa Rica und Griechenland in Recife im Achtelfinal gegenüberstehen, konnte eigentlich nicht als Sachverständiger durchgehen. Beide Mannschaften verfügen über eine starke Abwehr, können aber auch offensiv durchaus Akzente setzen. Die Griechen bewiesen das im entscheidenden Spiel gegen die Elfenbeinküste, als sie in der Schlussphase den Sieg erzwangen, glückhaft zwar mittels Foulpenalty – aber dennoch auch verdient. Nun stehen sie erstmals an einer WM in den Achtelfinals und wollen natürlich noch mehr. Für dieses Ziel steht der zuletzt gesperrte Captain Konstantinos Katsouranis wieder zur Verfügung. si

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