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Homo-Paare sollen Kinder adoptieren können

Trotz Kritik aus bürgerlichen Kreisen hält der Bundesrat an der Lockerung des Adoptionsrechts fest. Künftig sollen auch gleichgeschlechtliche und Konkubinatspaare Stiefkinder adoptieren können.

Der Bundesrat hat sich für ein zeitgemässeres und flexibleres Adoptionsrecht ausgesprochen und gestern eine entsprechende Änderung des Zivilgesetzbuches zuhanden des Parlaments verabschiedet. Er verfolgt damit mehrere Ziele: Einerseits soll den Umständen des Einzelfalls und vor allem dem Kindeswohl besser Rechnung getragen werden. Bei den Adoptionsvoraussetzungen solle Schematismus so weit wie möglich vermieden werden, schreibt der Bundesrat in der Botschaft. Andererseits soll das Adoptionsrecht modernisiert werden. Der Bundesrat verweist in dem Zusammenhang auf die 2007 eingeführte eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare und auf die wachsende Zahl faktischer Lebensgemeinschaften.

Tausende Kinder betroffen

In der Schweiz wachsen in schätzungsweise 25000 Haushalten Stiefkinder in solchen Partnerschaften auf. «Ein Kind darf keinen Nachteil haben, nur weil die Eltern eine bestimmte Lebensform gewählt haben», erklärte Justizministerin Simonetta Sommaruga vor den Medien. Aufgrund verschiedener Aufträge des Parlaments hat der Bundesrat 2013 einen Entwurf in die Vernehmlassung geschickt. Die gestern verabschiedete Vorlage bleibt in den wesentlichen Punkten auf der Linie dieser Vorschläge. Insbesondere hält er daran fest, dass der gleichgeschlechtliche Partner eines Elternteils dessen Kind adoptieren kann, wenn die Partner in eingetragener Partnerschaft leben.

Kindeswohl nicht gefährdet

Der Bundesrat hat die Kritik aus konservativen und kirchlichen Kreisen an der Adoption in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zur Kenntnis genommen. Das Wohl des Kindes, das ohnehin bei einem gleichgeschlechtlichen Paar aufwachse, werde aber nicht dadurch gefährdet, dass es zu seiner rechtlichen Absicherung noch einen weiteren Vater oder eine weitere Mutter erhalte, schreibt er in der Botschaft. Dem gleichen Ziel dient auch die Öffnung der Stiefkindadoption für faktische Partnerschaften. Wenn die Stiefkindadoption im Grundsatz erlaubt werde, sei es konsequent, diese bei allen eheähnlichen Partnerschaften von einer gewissen Stabilität zuzulassen.

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