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Hunderttausende Waffen könnten Taliban in die Hände fallen

Bei ihrem Militäreinsatz in Afghanistan haben die USA die Kontrolle über grosse Waffenkontingente verloren. Hunderttausende Waffen könnten in die Hände der Taliban gelangen, warnt der US-Generalinspekteur für Afghanistan, John Sopko, in einem Bericht.

Seit 2004 seien allein mehr als 747'000 Schnellfeuergewehre vom Typ Kalaschnikow (AK-47) geliefert worden. Der Gesamtwert der Schnellfeuerwaffen, Granatwerfer und sonstiger Waffen belaufe sich auf rund 626 Millionen Dollar.

Weder die US-Regierung noch die afghanischen Behörden hätten die Waffen ordentlich registriert, kritisierte Sopko. Zusätzliche Risiken für eine Zweckentfremdung von Waffen entstünden dadurch, dass die Zahl der afghanischen Sicherheitskräfte in den kommenden Jahren von 352'000 auf 228'500 verringert werden solle.

Kritische Phase

Afghanistan befindet sich in einer kritischen Phase: Die NATO-geführten ISAF-Truppen wollen bis Ende des Jahres ihre Kampftruppen vollständig abziehen. Zugleich ist die politische Lage nach der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl von Mitte Juni angespannt.

Laut der Wahlkommission gewann der ehemalige Finanzminister Aschraf Ghani die Stichwahl, sein Kontrahent, der frühere Aussenminister Abdullah Abdullah, warf ihm jedoch Manipulationen vor und beanspruchte den Sieg für sich. Nun soll eine Neuauszählung der Stimmzettel Klarheit bringen.

Cousin von Präsident Karsai getötet

In der unruhigen südlichen Stadt Kandahar wurde am Dienstag ein Cousin des scheidenden Präsidenten Hamid Karsai, Haschmat Karsai, bei einem Selbstmordattentat getötet.

Nach Angaben der Behörden kam ein als Gast verkleidete Attentäter zum Haus von Karsai, um ihn zum religiösen Fest des Fastenbrechens zu grüssen. Als die beiden sich umarmten, zündete der Mann demnach einen Sprengsatz, den er unter seinem Turban versteckt hatte.

(sda)

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