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«Ich bin ich und mach das einfach»

Die Soulsängerin Nubya gibt ein stimmungsvolles Gospelkonzert. Es könnte kaum passender sein als am 1. Advent in der reformierten Kirche.

Sie sind seit Ihrem Auftritt 1999 im Vorprogramm von Whitney Houston, als sie wegen einer Technikpanne a cappella singen mussten, als veritable Soulstimme bekannt. Wie gestalten Sie Ihr Gospelkonzert in der ­Kirche Russikon? Nubya: Ich komme mit meinem Pianisten Pim Nieuwlands und dem Perkussionisten Andi Pupato. Wir spielen seit Anfang Jahr in dieser Formation zusammen. Diese kleine Besetzung eignet sich bestens in Kirchen, wo die Tonverhältnisse für eine Band schwierig sind, weil es sehr hallt. Sie haben nach der Matura ein Jahr in New York gelebt, dort eine Jazzschule und einen Gospelchor besucht. Haben sich diese Eindrücke auch auf das aktuelle Programm ausgewirkt? Das Repertoire in Amerika ist ein bisschen anders. Wenn man da in die Kirche geht, erklingen viele Songs, die man in Europa gar nicht kennt. Es ist mehr der Spirit, der mich geprägt hat. Eine solche Intensität, eine solche Emotionalität habe ich hier noch nie erlebt. Es gibt mehr Interaktion, und es herrscht ein ganz extremes Gemeinschaftsgefühl. Der Chor war gemischt mit Baptisten, Katholiken, Evangelischen. Der Leiter hat immer dar­auf hingewiesen, wenn jemand eine schwere Zeit durchgemacht hat: Geht hin, meldet euch bei ihm. Themen wie Arbeitslosigkeit oder Drogen wurden angesprochen. Es gab Trost für den Alltag. Sie haben im Unterhaltungs­bereich viel ausprobiert, als Gast in der Bülent Ceylan Show, Moderatorin von Lifestyle-Sendungen bis hin zur Musik-Profilerin, die Prominenten-Playlist errät. Was haben Sie aus all diesen ­Erfahrungen mitgenommen? Das gehört für mich alles zusammen. Auch auf der Bühne moderiere ich ja meine Auftritte. Im Ausland wird das oft lockerer ­gesehen, wo Sänger gleichzeitig moderieren und schauspielern. In der Schweiz wird man da schneller in eine Schublade gesteckt: «Was bist Du jetzt eigentlich?» Ich bin ich, und ich mach das einfach. Ich bin Soulsängerin; was ich tue, mache ich mit Seele. Es ist Teil meines Jobs, vielseitig zu sein. Sie haben kommuniziert, dass Sie von Basel nach Zürich gezogen sind und damit ein neues Leben begonnen haben. Ja, ich habe einen Strich gezogen, auch privat. Neuanfänge setzen auch Ener­gie­n frei, und das hat funktioniert. Ich fühle mich wohl in Zü­rich, und Basel ist ja nicht so weit entfernt. Da kann ich noch alle Freunde und die Familie treffen. Sie haben einen Teil ihrer Familie in Nigeria, besuchen das Land auch regelmässig. Wie muss man sich das praktisch vorstellen, welche Si­tua­tion treffen Sie dort an? Es ist eine ganz andere Welt, sie funktioniert anders. Die Schere zwischen Arm und Reich ist sehr gross, und es gibt einen täglichen Kampf ums Überleben. Die Frage, wie man helfen könnte, ist auch ganz schwer zu beantworten. In einem Land, wo die Korruption so hoch ist, ist es schwierig. Ich helfe dort, wo ich den persönlichen Kontakt habe. Gabriele Spiller Gospelkonzert Nubya & Band Sonntag, 30. November, 18 bis ca. 19.15 Uhr, Ab 17 Uhr und nachher: Suppe und Glühwein. Reformierte Kirche Russikon, Kirchgasse. Karten zu 35/20.– (Jugendliche) in der Bibliothek Russikon sowie der Gemeindeverwaltung. www.russikon.ch

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