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«Ich bin stabiler geworden»

Eine 35-jährige Frau erzählt, wie ihr die Therapie geholfen hat.

«Als Kind habe ich wiederholt sexuellen Missbrauch und körperliche Gewalt erlebt. Auch als Erwachsene wurde ich vergewaltigt. Wegen schlimmer Selbstverletzungen und Suizidversuchen war ich fünf Jahre in einer Klinik. Danach wollte die Krankenkasse nicht mehr zahlen, denn ich galt als nicht therapierbar. Ich war sehr verzweifelt. Als dann in Embrach die Spezialstation öffnete, sah ich das als meine letzte Chance und packte sie. Letztes Jahr war ich während fünf Monaten in Behandlung. In der Psychotherapie habe ich gelernt, über das Erlebte zu sprechen. Weil das sehr schmerzhaft war, habe ich mich in den ersten Wochen immer noch häufig geschnitten. Danach wurde ich stabiler. Viel gebracht haben mir auch der Morgenspaziergang und die Bewegungstherapie, in der ich lernte, mich zu entspannen und meinen Körper besser zu spüren. Wenn ich gedanklich abdriftete, holte mich das erfahrene Team mit Ammoniak zurück, das mir unter die Nase gehalten wurde. Oder ich wurde aufgefordert, mit nackten Füssen auf ein Cold Pack zu stehen. Diese Techniken sind sehr hilfreich und ich wende sie immer noch an. Wichtig war auch die Erkenntnis, dass ich meine Familie nicht mehr besuchen soll. Meine Mutter lebt immer noch mit meinem Stiefvater zusammen, der mich missbraucht hat. Mein Therapeut riet mir vehement von den Besuchen ab, weil ich danach regelmässig Krisen erlebte. Insgesamt fühlte ich mich auf der Station sehr ernst genommen. Ich kann jetzt wieder halbtags arbeiten und lebe mit Unterstützung in einer eigenen Wohnung. Demnächst werde ich nochmals für drei Monate für eine Nachbehandlung nach Winterthur kommen.» Aufgezeichnet von Andrea Söldi

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