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«Ich hielt es für unmöglich, dass es wieder brennt»

Das Sportgeschäft Pedrett ist in der Nacht durch einen Brand komplett zerstört worden. Bereits zum zweiten Mal innert zwei Jahren. Der Sachschaden beläuft sich insgesamt auf über zwei Millionen Franken.

Es war halb drei Uhr nachts, als bei Renato und Doris Pedrett das Telefon klingelte. Am anderen Ende war die Polizei, die ihnen mitteilte, ihr Sportgeschäft an der Stegackerstrasse brenne. «Ich glaubte zuerst an einen üblen Scherz und teilte dem Anrufer mehrmals mit, der 1. April sei vorbei», sagte der Unternehmer heute Nachmittag auf Anfrage. Trotzdem seien er und seine Frau sofort losgefahren. Was er dann in Hegi zu Gesicht bekam, machte ihn traurig und hilflos. «Das Gebäude hat lichterloh gebrannt, die Flammen schlugen aus den Fenstern und zum Dach heraus.»

Geruch von verbranntem Gummi

Bei der Stadtpolizei Winterthur ging um 2.22 Uhr ein Alarm ein, wonach an der Stegackerstrasse 5 ein Gewerbegebäude brenne. Die Berufsfeuerwehr Winterthur rückte sofort mit einem Grossaufgebot aus und war während sechs Stunden im Einsatz. Noch Stunden später, als das Feuer längst gelöscht ist, liegt rund um den Bahnhof Hegi der Geruch von verbranntem Gummi in der Luft. Im oberen Stock des Gebäudes fehlen überall die Scheiben, verkohlte Balken und das russgeschwärzte, verbogene Metall des Containergebäudes zeigen das Ausmass des Brandes. Vor dem Geschäft liegt ein nach aussen geborstenes Schaufenster auf dem Platz sowie verkohlte und geschmolzene Skischuhe. Die Kantonspolizei beziffert den Schaden am Gebäude auf rund eine Million Franken. Pedrett ergänzt, dass sich die Schadenssumme zusammen mit dem Inventar vermutlich auf zwei bis drei Millionen Franken belaufen wird.

Zweiter Brand in Folge

Noch am Brandort selbst habe Renato Pedrett geglaubt, er befinde sich in einem schlechten Traum. Denn es ist nicht das erste Mal, dass ihr Familienbetrieb von einem Brand zerstört wurde: Vor fast exakt zwei Jahren geriet der Akku eines E-Bikes in Brand und legte das Sportgeschäft in Schutt und Asche. Durch das Feuer, die Hitze und den Rauch wurde das gesamte Inventar zerstört. Das Gebäude wurde damals so stark beschädigt, dass es neu aufgebaut werden musste, der Sachschaden belief sich auf über eine Million Franken. «Dass wir das Gebäude damals so schnell wieder aufbauen konnten, war ein grosses Glück», sagt Pedrett. Innerhalb von drei Wochen erhielt der Unternehmer von der Stadt die Baubewilligung für den Neubau und die Baufirma hatte gerade Zeit, um den Bau zu errichten. So konnte die Familie knapp drei Monate nach dem Brand bereits wieder Kunden begrüssen und Reparaturaufträge entgegennehmen. Ob das Geschäft dieses Mal auch so rasch wieder eröffnen kann, ist derzeit noch offen. Der Schaden sei grösser als beim letzten Feuer. Nächste Wochen will Pedrett mit den Lieferanten abklären, ob die grossen Skischleifmaschinen noch zu retten sind oder ob sie – wie vor zwei Jahren – komplett ersetzt werden müssen.

Weitermachen trotz Feuer

Wie die Kantonspolizei in ihrer Mitteilung heute schreibt, ist die Brandursache derzeit noch nicht geklärt und wird vom Brandermittlungsdienst untersucht. Gleichzeitig wurde im Zusammenhang mit dem Brand einen 23-jährigen Schweizer festgenommen. Entsprechende Ermittlungen sind im Gang. Renato Pedrett sagt, er sei von der Polizei zur Sicherung des Gebäudes befragt worden und man habe ihm Fotos von Verdächtigen Personen gezeigt. «Mir ist aber niemand im näheren Umfeld bekannt, der uns schaden will.» Obwohl es der zweite herbe Rückschlag ist, ist für Pedrett, seine Frau und seine beiden Kinder, die alle auch in der Firma arbeiten, klar, dass sie weitermachen wollen. «Selbstmitleid hilft in dieser Situation auch nicht und ich bin noch zu jung und arbeite zu gerne, um ans Aufhören zu denken.» Zudem sei er ja Sportler, da sei er sich gewohnt, dass der Weg über den Start ins Ziel führe. «Und jetzt sind wir halt wieder am Start.»

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