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«Ich möchte umsetzen, kein Prestige»

Der bisherige Stadtrat André Bättig (FDP) will sich in der nächsten Legislatur kleineren Projekten annehmen. Mit seiner «grossen Kiste» Eselriet ist er zufrieden.

Es verwundert nicht, dass FDP-Stadtrat André Bättig das Restaurant im Sportzentrum Eselriet wählt. «Es ist keine 08/15-Anlage. Sie gefällt mir sehr gut.» Das Sportzentrum begleitet ihn schon fast in seiner ganzen Zeit als Stadtrat, dem er seit 2006 angehört. In der Anfangsphase als Finanzvorsteher, ab 2010 als Chef des Ressorts Jugend und Sport. Seit letztem Herbst ist die erweiterte Anlage wieder komplett offen. Seit letzter Woche ist klar, dass Geduen Sakutshang für die nächsten drei Jahre Pächter bleibt. Der Tibeter bietet seine Spezialitäten in diversen Hallen- und Freibädern an. Seit einem halben Jahr auch im Eselriet. «Er hat einmal für den Stadtrat gekocht», sagt Bättig. «Uh fein.» Er bestellt das Poulet «Lhasa Art», das mit Reis serviert wird. Eigentlich sei er ein Fleischtiger, gibt Bättig zu. Aber er sei zufrieden mit dem Angebot im Eselriet. Die Vergabe der Pacht verlief allerdings nicht so glücklich. Der erste Pächter hatte Betreibungen am Hals. Das kam aber zu spät ans Tageslicht, weil das Jugend- und Sportamt die Auskünfte erst nach der Pachtvergabe eingeholt hatte. Bättig musste viel Kritik einstecken – stand aber zu seinen Fehlern. «Das gehört zu meiner Rolle.» Persönlich nimmt er die Kritik im Allgemeinen nicht. Dennoch ärgert er sich, wenn man am Sportzentrum herummäkelt. «Gewisse Dinge sieht man erst jetzt, da die Anlage in Betrieb ist.» Schade sei das für die Leute, die dort arbeiten und ihr Bestes geben würden.

Vor drei Jahren greifbar nah

Dass die städtischen Angestellten in einem guten Klima arbeiten können, ist Bättig wichtig. Das erwähnt der FDP-Mann etwa, als er auf die Kindertagesstätten, die Familienzentren oder die Bibliothek zu sprechen kommt. Solche Töne sind sonst eher von SP-lern zu hören. Bättig sieht das aber nicht im Widerspruch zu seiner Partei. «Dass die Leute zufrieden sind, gehört zum ABC der Wirtschaft», sagt er. «Nur wenn die Mitarbeiter motiviert sind, erbringen sie auch eine qualitativ gute Leistung.» Im Stadtrat, sei das Klima konstruktiv, man verstehe sich. Vor drei Jahren wäre das Präsidium für Bättig greifbar nahe gewesen. Er sagte ab. «Ich möchte lieber umsetzen und bin nicht so erpicht auf Prestige.» Zudem sei ihm auch der Beruf wichtig: Er leitet als Bauingenieur eine Abteilung in der Firma EWP in Effretikon. In seiner Freizeit hämmert und bohrt der geschiedene Vater von drei Teenagern gerne an seinem Bauernhaus herum, wo er mit seiner Partnerin wohnt, oder treibt Sport. «So kann ich abschalten.» In eine «ganz andere Welt» begibt er sich, wenn er seinem Hobby nachgeht, das ihm «schöne Erlebnisse» beschert: dem He­li­ko­pter-Fliegen. Bis zu seinem 50. Geburtstag in knapp drei Jahren wird er noch jedes Jahr sechs Wochen als Pilot fürs Militär fliegen dürfen. In der nächsten Legislatur will sich Bättig kleineren Projekten widmen, etwa der Organisation der Familienzentren oder der Bibliothek Illnau. Die Arbeit würde ihm nicht ausgehen. Deshalb hofft er, dass die Wählerschaft sein bisheriges Engagement respektiert. Um seinen Sitz zittert Bättig zwar nicht. Ganz sicher ist er aber, was das Eselriet betrifft: «Es wird der Bevölkerung langfristig gefallen und allen Freude bereiten.»

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