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«Ich weiss, was ich machen muss»

Falun. Obwohl Dario Cologna beim Saisonfinale in Falun seinen vierten Gesamtsieg im Weltcup verpasste, kann er mit der vergangenen Saison zufrieden sein. Schliesslich erreichte er sein grosses Ziel und wurde als erster Schweizer Weltmeister im Langlauf.

Dario Colognas Formaufbau ging perfekt auf, genau auf die nordischen Weltmeisterschaften im Val di Fiemme (It) Mitte Februar erreichte er den Zenit. Das manifestierte sich eindrücklich im ersten WM-Rennen, dem Skiathlon (15 km klassisch, 15 km Skating), als der Bündner die Konkurrenz trotz einem Sturz in Grund und Boden lief. Neben dem, dass Cologna als erster Schweizer überhaupt an einer Langlauf-WM Gold holte, komplettierte er auch noch sein persönliches Palmarès. Cologna ist nun Weltmeister, Olympiasieger, dreifacher Gesamtweltcupsieger und dreifacher Gewinner der Tour de Ski.

«Die WM war mein Hauptziel. Genau dann war ich in Topform und konnte reüssieren, deshalb denke ich, dass wir vieles richtig gemacht haben», sagt Cologna, der sich zusätzlich im Massenstartrennen über 50 km in der klassischen Technik WM-Silber sicherte. Auch an der Tour de Ski war der 27-Jährige gut dabei und musste sich in der Schlussetappe einzig dem entfesselten Alexander Legkow geschlagen geben. Nach den Siegen 2009, 2011 und 2012 klassierte er sich erstmals auf dem 2. Gesamtrang.

Erst nach der WM liess die Form abrupt nach. «Diese Rennen kamen für mich zu früh», sagt Cologna. Er merkte schnell, dass er krank wurde, und verliess Lahti vorzeitig, um sich in der Heimat zu kurieren und auf das 50-km-Rennen in Oslo wieder erholt in den Weltcup zurückzukehren. Dies gelang aber nur bedingt, Cologna wurde in jenem Rennen nur 19. und musste Legkow und Petter Northug, die während Colognas Schwächephase fleissig punkteten, im Gesamtweltcup knapp an sich vorbeiziehen lassen.

Vor dem Weltcupfinale in Stockholm und Falun waren die drei nur durch 15 Punkte getrennt. Doch die Minitour mit vier Etappen wurde schnell einseitig, Northug war in beeindruckender Spätform nicht zu schlagen. Mit dem Sieg in der Minitour sicherte sich der Norweger zum zweiten Mal die grosse Kristallkugel. Cologna zeigte vollen Einsatz, musste sich letztlich aber auch von Legkow um eine Schuhlänge geschlagen geben und schloss den Gesamtweltcup auf Rang 3 ab. «Dario hat in Falun alles aus sich herausgeholt. Damit darf und soll er zufrieden sein, er hat das stark gemacht», sagte Cheftrainerin Guri Hetland.

Guri Hetlands Zuversicht

Da in der nächsten Saison mit den Olympischen Winterspielen in Sotschi erneut ein Grossereignis auf dem Programm steht, ist der gelungene Formaufbau in der vergangenen Saison doppelt wertvoll. Zum einen ermöglichte er Cologna den Titel und zum anderen hat er nun einen sehr guten Anhaltspunkt, wie er die nächste Saison anzugehen hat. «Ich weiss, was ich machen muss», bringt er es selbst auf den Punkt. In dieser Saison sei alles aufgegangen, also werde man versuchen, das auch in der nächsten Saison so zu machen.

Die Zuversicht ist auch Guri Hetland gegeben. «Dario hat sich in dieser Saison weiterentwickelt, er ist jetzt trainings- und leistungsmässig auf einem noch höheren Niveau», sagt sie. Sie beschreibt Cologna als mental sehr selbstständigen Athleten, der sehr genau wisse, was er wolle. «Meine Aufgabe ist es, das zu unterstützen, ihm Fragen zu stellen und ihn manchmal auch ein bisschen herauszufordern», sagt Hetland. Neben dem optimalen Formaufbau empfand sie es auch als sehr wertvoll, vor der WM die Weltcuprennen in Sotschi bestritten zu haben. Der Münstertaler erreichte dort einen 1. (Skiathlon) und einen 2. Platz (Sprint) und hat die künftige Olympiastrecke bereits mit einer positiven Konnotation versehen. Der Startschuss zur Olympiasaison fällt schon Anfang Mai. (spg)

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