Zum Hauptinhalt springen

«Ich würde den Ball aufnehmen»

Radikal will der Nochgemeinderat ins Dorfzentrum von Rhein­au eingreifen. Andreas Jenni, der neu fürs Gemeindepräsidium kandidiert, findet die Idee eines baulichen Eingriffs grundsätzlich gut.

Zwar treten drei der fünf Rhein­au­er Gemeinderäte am Sonntag nicht mehr zur Wahl an, darunter der Präsident Gerhard Gsponer. Doch fünf Tage vor den Erneuerungswahlen präsentiert der noch amtierende Gemeinderat der Bevölkerung eine Nutzungsstudie zu den Gemeindeliegenschaften, die es in sich hat («Landbote» von gestern). Die radikale Vision eines neuen Dorf- und Dienstleistungszentrums sieht vor, das Gemeindehaus, den Kindergarten, die Alterswohnungen und das der Falken-Brauerei gehörende Restaurant Rössli abzureissen (siehe Grafik). In einem guten baulichen Zustand sind einzig das Mehrzweckgebäude und das Schulhaus, das zudem unter Schutz steht; diese zwei Gebäude sollen nicht abgerissen werden. Stärkere Nutzung durch Dritte Der Unterhalt der Gemeindeliegenschaften verschlingt über zehn Steuerprozente – und ab 2018 ist der Steuerfuss nach oben offen. Statt saniert sollen die Gebäude neu gebaut und stärker von Dritten genutzt werden, um so die Verzinsung zahlen und die Gemeinderechnung entlasten zu können. Eine Detailplanung gibt es noch keine. Die wird dem neuen Gemeinderat überlassen – sofern dieser den Ball aufnimmt. Gegen «Ballenberg-Rheinau» Andreas Jenni (SP) kandidiert am Sonntag für das Amt des Rhein­au­er Gemeindepräsidenten. Obschon der 52-jährige Jurist bisher nicht Mitglied des Gemeinderates war, weiss er als Mitglied der Planungskommission schon seit einer Weile von dessen Idee, das Rhein­au­er Dorfzentrum umzubauen. Die Gemeindeexekutive habe die Kommission informiert und deren Meinung über das Projekt abgeholt, so Jenni. Zu dem angedachten Vorhaben bezieht er persönlich und nicht als Kommissionsmitglied Stellung. «Ja, als Gemeindepräsident würde ich den Ball aufnehmen.» Die Idee würde weder auf die lange Bank geschoben werden noch in der Schublade verschwinden. Die Gemeinde Rhein­au habe einige Liegenschaften mit Sanierungsbedarf, «das ist eine Tatsache», so Jenni. Wie gross dieser Bedarf allerdings sei, wisse er nicht. Jenni findet die lancierte Idee grundsätzlich gut. Auch den Verkauf des einen oder anderen gemeindeeigenen Grundstücks fände er «kein grosses Drama». Er sei zwar kein «Reformturbo», doch ein «Ballenberg-Rheinau» möchte er nicht, wo überhaupt keine baulichen Veränderungen mehr möglich sind. Das andere Extrem, «ein Neu-Oerlikon», wünscht er sich für Rhein­au aber ebenso wenig; im einstigen Industriequartier beim Bahnhof Oerlikon wurde ein neues Quartier gleichsam aus dem Boden gestampft. «Keine Traumrenditen» Da noch nicht entschieden ist, wo konkret im neu gestalteten Dorfzentrum zum Beispiel der Kindergarten und die Gemeindeverwaltung hinkommen würden, gibt es laut Andreas Jenni auch noch einen Entscheidungsspielraum für den neuen Gemeinderat. Der Entscheid hänge zudem davon ab, was die interessierten Investoren für Vorstellungen haben, wor­über Gespräche zu führen seien. Für Jenni ist aber klar, dass die verbliebenen Interessenten «keine Traumrenditen erwirtschaften wollen» – die anderen Investoren seien eh schon abgesprungen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch