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Die Stammertaler Fusion ist ein Sonderfall im Weinland

Am Sonntag haben alle vier Stammertaler Gemeinden Ja zur Fusion gesagt. Ein Kommentar.

Anstossen auf einen historischen Entscheid (von links): Martin Zuber (Gemeindepräsident Waltalingen), Andreas Fischer (Präsident Schulgemeinde Stammertal), Martin Farner (Gemeindepräsident Oberstammheim) und Werner Haltner (Gemeindepräsident Unterstammheim).
Anstossen auf einen historischen Entscheid (von links): Martin Zuber (Gemeindepräsident Waltalingen), Andreas Fischer (Präsident Schulgemeinde Stammertal), Martin Farner (Gemeindepräsident Oberstammheim) und Werner Haltner (Gemeindepräsident Unterstammheim).
Madeleine Schoder

Nach rund vier Jahren aufwendiger Abklärungen hat die Bevölkerung des Stammertals am Sonntag Ja gesagt zur Fusion. Und zwar in allen vier Gemeinden, die zum Tal im äussersten Nordosten des Kantons Zürich gehören: Waltalingen, Oberstammheim, Unterstammheim und die gemeinsame Schulgemeinde. Die Ja-Stimmen-Anteile bewegen sich zwischen hohen 57 bis 78 Prozent, die Stimmbeteiligungen liegen teils bei fast 80 Prozent.

Die Gemeinden im Stammertal arbeiten bereits seit Langem eng zusammen, auch die Verbindungen über die gemeinsamen Vereine sind zahlreich und eng. Welche Gemeinden, wenn nicht jene des Stammertals, sollten also sonst einer Fusion zustimmen?

Trotzdem: Diese Fusion ist alles andere selbstverständlich. Denn gleich drei der vier Gemeindebehörden hatten der Bevölkerung geraten, ein Nein in die Urne zu legen. Die Behörde von Waltalingen kämpfte alleine für ein Ja – bis sie völlig unerwartet Rückendeckung von sämtlichen Rechnungsprüfungskommissionen (RPK) des Stammertals erhielt. Dass sich eine RPK gegen einen Gemeinderat stellt, kommt selten vor. Deren Ja zur Fusion dürfte ausschlaggebend gewesen sein für das gestrige Abstimmungsresultat.

Es wäre jetzt aber voreilig zu glauben, dass nun alle Fusionsprojekte in der Region ohne Weiteres gelingen. In Unterstammheim fehlten nur 71 Stimmen und die ganze Fusion wäre geplatzt. Der Abstimmungskampf im Stammertal wurde heftig und teils gehässig geführt. Das Misstrauen gegenüber politischen Grossgebilden auf dem Land ist nach wie vor gross. Die nächste angedachte Fusion im südlichen Weinland mit sogar zehn Gemeinden ist also alles andere als eine beschlossene Sache. Auch ist die Einheit zwischen den Gemeinden dort weniger stark ausgeprägt als im Stammertal.

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