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Im Fluss bleiben

Daniel Craig hat sich damit auf seine Rolle als James Bond vorbereitet und Barbara Becker hält sich mit Yoga fit. Yoga ist im Trend, und das nicht nur bei den Stars. Gleichzeitig monieren Kritiker, wer unvorsichtig Yoga praktiziere, laufe Gefahr, sich zu verletzen. Das muss nicht sein.

«Yoga hat mir zu mehr Gelassenheit verholfen», sagt Saskia Middendorp. «Yoga hält mich gesund, körperlich wie auch geistig.» Davon ist sie überzeugt. Krank ist die Mutter von vier, heute zum Teil erwachsenen Kindern auf jeden Fall fast nie. Auch kleine Erkältungen oder Grippewellen gehen jeweils an ihr vorbei. Wer selber Kinder hat, der weiss, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist. Saskia Middendorp praktiziert seit 25 Jahren Yoga, seit 14 Jahren erteilt sie Unterricht. Seit dem Sommer in einem eigens dafür eingerichteten Raum in ihrem Haus an der Seidenstrasse in Winterthur.Zum Yoga gefunden hat sie während ihrer ersten Schwangerschaft. Vom Tanz und Jazzballett her kommend, hatte sie nach etwas gesucht, das ihr ermöglichte, sich während der Schwangerschaft weiterhin fit zu halten. Im Yoga hat sie es gefunden. Heute prak­tiziert und unterrichtet sie Vinyasa Power Yoga, eine fliessende und anstrengende Form, bei welcher die verschiedenen Positionen – Asanas genannt – aneinandergehängt werden (siehe Box). «Es ist eine dynamische Form des Hatha Yoga, bei der eine Synchronisation von Bewegung und Atem stattfindet», erklärt Middendorp. «Der meditative Fluss der Asanas stärkt den Körper, löst Verspannungen und lenkt den Geist nach innen.»

Unterstützung im Alltag

Es ist ihr wichtig, dass die Übungen im Alltag nützlich sind. «Mit Yoga ist es möglich, bis ins hohe Alter beweglich zu bleiben.» Und: «Wer Yoga praktiziert, kann ein Kind herumtragen oder aus dem Autositz heben, ohne sich Rückenschmerzen zu holen.» Yoga verhilft zu mehr Kraft und Beweglichkeit. Das stellt Middendorp bei ihren Yogaschülerinnen und -schülern fest. «Ich bin immer wieder überrascht, wie viel mit 50 Jahren noch möglich ist.» Sie hat schon mehrmals erlebt, dass Einsteiger bei der Vorwärtsbeuge kaum mit den Händen bis zu den Waden kamen. Nach geduldigem Üben konnten sie nicht nur die Füsse anfassen, sondern sogar den Boden erreichen. Die Wirbelsäule wurde beweglicher, die Rückenmuskulatur gestärkt. Allerdings warnt Saskia Middendorp: «Wenn jemand Rückenschmerzen hat, sollte er nicht mit Yoga beginnen. Die Schmerzen müssen zuerst behandelt werden und abgeklungen sein.» Das gilt auch für jemanden, der bereits Yoga praktiziert. Sobald die Schmerzen weg sind, spricht nichts mehr gegen Yoga. Im Gegenteil: Die Übungen beugen neuen Schmerzen vor. Die erfahrene Yogalehrerin schränkt jedoch ein: «Menschen mit einer sehr schwachen Bauch-, Beckenboden- und Rückenmuskulatur sollten vorsichtig sein.» Sie sollten diese zuerst stärken, bevor sie mit Yoga beginnen. Ihnen empfiehlt Middendorp, zum Beispiel mit Pilates einzusteigen. Und dann sollten die Übungen korrekt ausgeführt werden, damit es nicht zu Verletzungen kommt. Deshalb schätzt sie den Unterricht in Kleingruppen. «Dadurch habe ich alle Yogaschüler im Blick, ich kann sie richtig anleiten und korrigieren.» Ausserdem zeigt Middendorp jeweils verschiedene Übungsvarianten vor, eine für Einsteiger und eine für Fortgeschrittene. Für beide Anforderungsstufen gilt: Es geht im Yoga nicht darum, möglichst extreme Stellungen zu erreichen, sondern die Asanas richtig auszuführen und den Körper zu spüren. Oder wie Middendorp sagt: «Man darf die Übungen spüren, sie sollten aber nie schmerzen.» Der Atem gilt als Gradmesser für die Intensität, er sollte regelmässig und fliessend sein.

Lebensenergie im Fluss

Yoga wirkt jedoch nicht nur auf der körperlichen Ebene. Yoga vermittelt auch Freude am Leben und hilft, seelisch und geistig in Balance zu bleiben. «Yoga hält die Lebensener­gie­ im Fluss. Das wirkt sich auf körperlicher wie geistiger Ebene aus.» Im Fluss zu bleiben, das ist Middendorp wichtig, und durch Yoga ist das möglich. «Yoga ist ein Türöffner», sagt die studierte Naturwissenschafterin. «Ich wollte die Welt verstehen. Deshalb habe ich Naturwissenschaften studiert.» Weil sie dort die Antworten auf ihre Fragen nicht fand, suchte sie weiter. Es war das Yoga, das sie zur Astrologie und zum Schamanismus geführt hat. Inzwischen hat sie für sich schlüssige Antworten gefunden. «Heute weiss ich, dass alles eins ist und wir im Hier und Jetzt mit der anderen Seite verbunden sind. Wir haben immer einen Fuss in der Endlichkeit und den anderen in der Ewigkeit.» Auf ihrer Website schreibt sie: «Mit Hilfe von Yoga, Astrologie und Schamanismus bauen wir Brücken zwischen Himmel und Erde, die die Verbindung mit dem Universum spürbar machen. Sie öffnen uns Fenster und Tore der Wahrnehmung in die raumzeitlose Wirklichkeit und machen die Spiritualität in unserem Alltag erlebbar.» Vinyasa Power Yoga baut diese Brücken mit Hilfe des Körpers als Instrument. www.saskia-middendorp.ch

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