Zum Hauptinhalt springen

Im Frühling bereit genug sein

Weiterhin mit personellen Problemen steigt Pfadi Winterthur in die Meisterschaft, die heute mit dem Match bei GC Amicitia Zürich beginnt.

2010 der Cupsieg, 2011 der Playoff-Final, 2012 das Aus im Playoff-Halbfinal und Cup-Viertelfinal. Anders als in den zwei Jahren zuvor reichte es Pfadi letzte Saison nicht, um einen Titel zu spielen. Und dabei hatten die Winterthurer NLA-Handballer von der Leistungskonstanz her doch eigentlich ihre beste Meisterschaft seit dem letzten Titel 2004 bestritten. Das 1:3-Scheitern im Playoff-Halbfinal gegen Wacker Thun sass tief, hatte in der Nachbetrachtung auch Konsequenzen auf die neue Spielzeit. «Die letzte Saison haben wir vor- und rückwärtsdiskutiert», sagt Adrian Brüngger, der Trainer und Geschäftsführer. Pfadi war von einem Gegner aus dem Halbfinal geworfen worden, der in der Breite stärker auftrat. Von dem her könnte sich die aktuelle Si­tua­tion mit den vielen Stammspielern, die in der Vorbereitung fehlten und weiterhin nicht einsatzfähig sind, längerfristig zum Vorteil entwickeln. Die Jungen müssen zwangsläufig mehr Verantwortung übernehmen; das hätte im Prinzip – angesichts der Thuner Erfahrung – auch ohne die personelle Notlage geschehen müssen; sicher aber nicht in diesem Ausmass zu diesem Zeitpunkt. «Mehr Kapital schlagen» Die Pfader ar­bei­te­ten dran, ihr Rückzugsverhalten in Gegenstössen zu verbessern. «Das war letzte Saison manchmal katastrophal», blickt Brüngger zurück. Auch die eigenen Konter, die «erste Welle», waren ein Thema. Sehr viel Zeit in der Vorbereitung sei auf «taktische Details» verwendet worden. «Am Kernstück und Charakter dieser Mannschaft haben wir allerdings nichts geändert: Die 3-2-1-Verteidigung bleibt unsere Stärke», betont Brüngger. Nur gelte es, daraus «noch viel mehr Kapital zu schlagen». Zwischendurch «fehlten in der Vorbereitung acht der zwölf ersten Spieler», beschreibt Brüngger. Dar­un­ter litt der Aufbau auf die Saison. Der Stand vor dem heutigen NLA-Start in der Saalsporthalle gegen GC Amicitia ist folgender: Die Rückraumschützen Michal Svajlen und Julian Krieg, Kreisläufer Markus Krauthoff sowie Rechtsaussen Joël Tynowski fehlen. Regisseur Philipp Reuter könnte sein Comeback geben, Krieg ist allenfalls am Samstag im Europacup-Hinspiel bereit. Krauthoff und Svajlen werden Ende Monat zurückerwartet. Der 17-jährige Tynowski wird wegen einer angeborenen Fehlstellung an der Hüfte beidseitig operiert und fällt für die Saison aus. Die Karriere als Spitzensportler beendet hat Valentin Bay wegen chronischer Schulterprobleme; der 24-jährige Tösstaler spielt in Pfadis jungem Zweitligateam und trainiert die U15-Elite. Wenigstens kann Pfadi auf eine Mannschaft aufbauen, die sich ge­gen­über der letzten Saison kaum verändert hat. Einziger Neuer ist Linksaussen Marvin Lier, der am Samstag 20-jährig wird; für den TV Endingen war der starke Konterspieler und Penaltyschütze der Top­sko­rer der Abstiegsrunde. «Wenn wir viele Neue hätten, wäre es noch deutlich schwieriger», sagt Brüngger zu den Absenzen. Intern gabs Rochaden: Heiko Grimm löste Marco Kurth als Captain ab. Nico Peter, für die Nachwuchsleistungsgruppe und das Zweit­ligateam zuständig, ist an Stelle von ­Markus Krauthoff der Assistenztrainer. Noch eine Personalie ist offen: Nächs­tens entscheidet sich, ob Peter Szilagyi (GC Amicitia) dritter Torhüter neben Martin Pramuk und Simon Kindle wird. Zunächst inhaltliche Ziele «Eigentlich habe ich kein schlechtes Gefühl», meint Brüngger vor dem Saisonstart. «Ein paar der Jungen haben sich in den letzten Wochen gut entwickelt. Aber ob das in den nächsten Spielen reicht, ist ein anderes Thema.» Sicher ist, dass Pfadi nach dieser Vorbereitung Zeit braucht, um sich zu finden, in Fahrt zu kommen. Dem kommen der Match in Zürich, wo man in Vergangenheit selten gut aussah, sowie innerhalb der nächsten zehn Tagen der EHF-Cup gegen Benfica Lissabon und das Heimspiel gegen die Kadetten natürlich nicht entgegen. «Wir haben uns bis Ende September inhaltliche Ziele gesetzt: Wie wir den Job machen, mental bestehen und uns taktisch verhalten», sagt Brüngger. Ziele, was kurzfristige Resultate angehen, sind nicht konkret definiert. Der Europacup sei «eine Zugabe». Das Abschneiden in Meisterschaft und Cup steht im Vordergrund. «Zuerst in die Finalrunde, dann in die Playoffs», zählt Brüngger auf. Und im Cup ins Final Four. Brüngger erwartet eine enge NLA: «Die Top 6 sind sehr nahe beisammen. Mich erstaunt noch immer, weshalb wir letzte Saison so viel Vorsprung auf Kriens-Luzern oder den BSV hatten. Man kann nicht davon ausgehen, dass es wieder so wird.» Spielt auch keine Rolle. Wichtig ist, dann bereit zu sein, wenn es wirklich zählt. «Die Saison entscheidet sich erst im Frühling.» Das musste Pfadi 2012 schmerzhaft erfahren.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch