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Im Heimathafen Hettlingen verankert

Mit seinem Vater baute er ein Schiff. Schiffe haben es ihm auch als Maler angetan. Urs Kerkers vielseitiges Schaffen kennt fast keine Grenzen.

Urs Kerker bezeichnet sich als Wahl-Südfranzose, und die Sonne steht ihm ins Gesicht geschrieben. Zurzeit hat es ihn wieder einmal ins heimatliche Hettlingen verschlagen. Rund 40 Bilder zeigt er unter anderem aus der Gegend rund um St-Cyr in der Provence, wo es ihn seit Jahrzehnten hinzieht. Sein 1989 verstorbener Vater Walter hat die Leidenschaft fürs Meer in ihm geweckt und ebenso die Passion fürs Malen. Wie Walter Kerker ist auch der Sohn ein Multitalent. Eine Auswahl seiner Werke steht nun im Hettlinger Domizil in erweiterten Räumlichkeiten. Sogar die Umbauten, die das obere Stockwerk, die Wohnung der verstorbenen Mutter, einbeziehen, hat er selbst vollbracht. Aus einem Baumstamm kon- struierte er einen Präsentationstisch für die Schmuckkreationen des Goldschmieds Ruedi Derks, die er noch bis 2. Dezember zum Verkauf ausstellt.

Grafik mit nostalgischem Flair

Die grossformatigen Bilder von Urs Kerker zeigen die Handschrift des gelernten Grafikers. Hell, leuchtend, lebendig, laden sie den Betrachter in ein Café, an einen Hafen oder auch in die Stadt Winterthur ein. Teilweise erinnern sie an Werbeplakate mit nostalgischem Flair. «Ich male schnell», sagt Kerker. «Wenn ich anfange, ist das Bild im Kopf schon fertig.»

Er mag Abwechslung, und so geht der Besucher seiner Ausstellung durch Landschaften und Blumenbilder. Zwischendurch darf es eine Keramikskulptur oder eine Metallplastik sein. Seinen besonderen Stil sieht er im Weglassen von Details. Seine Ölbilder kommen technisch den Aquarellen nahe, bleiben doch weisse Flächen frei, um eine fokussiertere Gesamtwirkung zu erzielen. Spannend ist aber auch, dass er sein Motiv aus verschiedenen Perspektiven zusammensetzt. Seine Betrachterstandorte gibt es gar nicht. «Ich kombiniere Abstraktes und Naturalistisches», sagt er. Es ist sein Ausdruck künstlerischer Freiheit.

Mit dem Schiff, das der Vater mit ihm vor dem Haus in Hettlingen gebaut hatte, «gondelten» sie ein Jahr lang auf dem Mittelmeer herum. Dann begann Urs Kerker seine Ausbildung. Zehn Jahre ar­bei­te­te er als wissenschaftlicher Zeichner an der Universität Zürich. Dabei habe er das genaue Beobachten und das perspektivische Zeichnen gelernt.

Nächstes Jahr wird Kerker seine Stadtansichten auch in Winterthur zeigen. Sie werden sicher viele Freunde finden. Die reizvollen Kompositionen aus Farbe, Licht, Spiegelungen und leichtem Strich zaubern einen Farbtupfer ins novembergraue Dorf.

www.urskerker.com

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