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Im Kokainrausch auf Einbrechertour

In einem abgekürzten Verfahren wurde gestern ein geständiger Serieneinbrecher zu 20 Monaten Haft verurteilt.

Wenn sich die Staatsanwaltschaft und der Beschuldigte einig sind, kann ein abgekürztes Verfahren stattfinden. Vor Gericht findet dann kein Beweisverfahren mehr statt. Der Richter prüft nur, ob die beklagte Person den Sachverhalt auch wirklich anerkennt. Das Urteil steht quasi schon im Voraus fest, es wird eine Menge Zeit gespart. Auch der Serieneinbrecher, der gestern vor dem Bezirksgericht stand, hat sich mit der Staatsanwaltschaft geeinigt. Er gestand alle sechzehn Einbrüche, die ihm zur Last gelegt werden, vollumfänglich und anerkannte vorbehaltslos die Sachschäden von rund 15 000 Franken, die er dabei angerichtet hatte. Neunmal ist der 34-jährige Schweizer allein eingebrochen, siebenmal hatte er eine Begleitung. Bis auf einen Einbruch in den Tennisclub Schützenwiese handelte es sich um Läden oder Imbissbuden rund um die Zürcherstrasse, zu denen sich der Angeklagte mit Gewalt Zutritt verschaffte. Mitgenommen hat er häufig die Wechselgeldkasse oder auch mal einen Laptop oder eine Kamera. Der Schaden, den er durch das Aufbrechen der Türen oder Fenster anrichtete, war oft grösser als die Beute, zu der auch Süssgetränke, Schnaps und Zigaretten gehörten. «Hatten Sie denn auch Hunger oder Durst, als Sie eingebrochen sind?», fragte der Richter. Der Angeklagte antwortete mit einem klaren Nein: «In neunzig Prozent der Fälle hatte ich einfach zu viel Kokain genommen.» Es seien jeweils Kurzschlusshandlungen gewesen. Nie habe er ein Geschäft vorher ausspioniert. Er sei einfach in schlechte Kreise geraten und das mit den Drogen sei immer heftiger geworden. «Ich bin froh, dass mich die Polizei festgenommen hat, wer weiss, was sonst noch passiert wäre», sagte er. Die Angst vor der Zeit nach dem Gefängnis Alle Einbrüche fanden zwischen Juli und November letzten Jahres statt. Dann wurde der Mann festgenommen und sitzt seitdem in Haft. Es gehe ihm recht gut, er komme langsam los von den Medikamenten, die beim Drogenentzug helfen. Im Gefängnis habe er eine Tagesstruktur, das tue ihm gut. Vor der Zeit nach dem Gefängnis hat er aber Angst, er wünsche sich eine Begleitung, jemand, der ihm zur Seite steht und stützt. Der Richter erkannte den Urteilsvorschlag der Staatsanwaltschaft an. Der Angeklagte muss für 20 Monate ins Gefängnis und eine Busse von 200 Franken zahlen.

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