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Im Lager der «Pfadi trotz allem» ist alles ein wenig anders und eigentlich doch gleich

Über 1500 Pfadis und Cevis aus der Region Winterthur gingen ins Pfingstlager. Dar­un­ter auch die «Pfadi trotz allem»: die Pfadi für Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung.

In Zuzwil hat die «Pfadi trotz allem» aus Winterthur, die PTA Atlantis, gerade fertig gegessen: «Fein wars!», ruft Bling (22) mit ihrem roten Käppi, «Superfein», pflichtet ihre Freundin Abraxas (21) bei, «Mit Dreck», fügt Spyalla (21) grinsend hinzu. Im Hintergrund raucht die Waldfeuerstelle, wo sie zuvor an ihrer Kochkonkurrenz Teigwaren mit Tomatensauce zubereitet hatten, noch immer vor sich hin. Von den Dalton-Brüdern, diesen Ganoven, hatten sie zuvor die Zutaten für das Festmahl wieder zurückerobert. Bling und ihre Kollegen sind putzmunter, und das, obwohl von Samstag auf Sonntag eine Nachtübung stattfand: «Ein bisschen Angst hatte ich schon, als der schwarze Teufel kam», gesteht Abraxas. «Ich nicht», sagt Spyalla. Nachtübungen findet sie «supergeil», Bling wiederum gefallen «all die tollen Abenteuer».

Eigentlich ist bei der PTA Atlantis in Zuzwil alles so wie in jedem anderen Pfingstlager auch. Und dennoch, ein ganz gewöhnliches Lager ist es nicht. Die Teilnehmer sind geistig oder körperlich behindert. «Hier läuft schon einiges etwas anders», erzählt die Leiterin Aurinka. «Alltägliche Dinge wie Zähneputzen oder Abwasch machen dauern halt länger.» Das Zeltlager befindet sich bei einem Pfadiheim. Zum einen wegen der sanitären Einrichtungen. Zum anderen weil einige der Kinder und Jugendlichen im Haus schlafen wollen. Die Unterschiede bei den Teilnehmern sind gross: «Einige sind sehr selbstständig, andere brauchen mehr Betreuung», sagt Aurinka.

Eine Pfadi mit Warteliste

Bei der PTA Atlantis betreuen momentan insgesamt 13 Leiterinnen und Leiter 25 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 8 und 25 Jahren. Die Leiter sind zwischen 14 und 30 Jahre alt. Das Angebot ist gefragt: «Wir sind wohl die einzige Pfadi mit einer Warteliste», sagt Aurinka. Doch mehr Teilnehmer könne die PTA mit der momentanen Anzahl Leitern nicht betreuen. Es fehle an Leitern. Dabei mache die Arbeit grossen Spass.

Für Abraxas ist es das letzte Pfila in der Gruppe. Ein wenig traurig sei sie schon, sagt sie und leitet die Frage gleich an ihre Leiterinnen weiter: ««Seit ihr auch traurig?» – «Natürlich. Sehr, sehr traurig sogar», antworten diese. «Dann haben wir ja ein gutes Huhn weniger in unserem Hühnerstall.» Silvan Gisler

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