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Im Neumarkt bröckelt der Gips wieder

Bereits 2010 musste die Stadt im Alterszentrum Neumarkt Baumängel beheben. Nun sind von einer Gipsdecke erneut Stücke abgebrochen.

Einen grossen Schrecken habe der Vorfall jener Betagten eingejagt, die eines Morgens auf dem Bettrand sass und beobachten musste, wie Teile der Gipsdecke auf ihre Bettdecke herunterfielen. «Wäre sie noch im Bett gelegen, die Brocken wären ihr womöglich ins Gesicht gefallen», erzählt eine Angehörige. Das Gipsstück, das sich gelöst habe, sei ungefähr 70 Zentimeter breit gewesen. Die Gipsdecke, die zu bröckeln begann, ist ein paar wenige Zentimeter dick und mit einer darunterliegenden Betondecke verbunden. Bei der Leitung des Alterszentrums Neumarkt hat man inzwischen auf den Vorfall reagiert und alle Bewohnerinnen und Bewohner dar­über informiert, dass in Kürze der Verputz in verschiedenen Zimmern überprüft werde. Im Neumarkt muss man sich damit bereits zum zweiten Mal mit den Gipsdecken beschäftigen. 2009 und 2010 hat die Zen­trumsleitung den Verputz nämlich ein erstes Mal überprüfen lassen, nachdem die Deckenverkleidung in manchen Räumen zu bröckeln begonnen hatte. Die Fachleute stellten fest, dass der im Jahr 2000 eröffnete Neubau Mängel aufweist: Die Gipsverkleidung ist teilweise nur ungenügend mit der darunterliegenden Betondecke verbunden. In der damaligen Überprüfung wurden alle Decken abgeklopft, an Stellen, an denen der Verdacht auf einen darunterliegenden Hohlraum bestand, wurden die Decken heruntergenommen und ersetzt. In den übrigen Zimmern, in denen die Verkleidung intakt schien, wurde auf Reparaturarbeiten verzichtet, um die Störungen für die Bewohner möglichst gering zu halten. Gleichzeitig mussten in dem Haus nämlich auch die Küchenböden ersetzt werden, insgesamt wurden damals Arbeiten für 230 000 Franken ausgeführt. «Seit damals hatten wir nun eigentlich Ruhe, nun scheint der Mangel aber nochmals aufzubrechen», sagt Susanne Tanner, Geschäftsführerin der städtischen Alterszentren. Garantiefrist abgelaufen Als Reaktion wird nun in jenen Zimmern, die bei der ersten Sanierungsetappe ausgelassen wurden, die Decke erneut kon­trol­liert und ersetzt. Wo die Reparaturarbeiten nicht sofort ausgeführt werden müssen, soll dies im Rahmen der Unterhaltsarbeiten geschehen. Insgesamt handelt es sich hierbei um acht Räume. Weil die Garantiefrist für den Bau abgelaufen ist, wird die Stadt für die Kosten aufkommen müssen. Mehr Kummer als die Kosten für die Reparaturen bereiteten ihr aber die Unannehmlichkeiten für die Bewohner, sagt Tanner. «Für die Betagten, die aus ihren Zimmern ausziehen müssen, ist dies unangenehm.» Dies bestätigt auch die Angehörige der alten Frau, in deren Zimmer sich Teile der Decke gelöst haben. Das Umziehen innerhalb des Hauses sei schwierig für eine über 90-Jährige. «Ich muss dem Pflegepersonal aber ein Kränzchen winden, sie geben sich grosse Mühe und versuchen, das Beste aus der Sache zu machen», sagt die Angehörige.

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