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Im Zeichen des Abschieds

warth. Zum 19. Mal laden die Ittinger Pfingstkonzerte in den ehemaligen Klosterbezirk. Das aparte Kammermusikfestival plant einen Neuanfang.

Die zwanzigste Ausgabe der Ittinger Pfingstkonzerte im nächsten Jahr wird auch eine erste sein. Denn in der jetzigen Form, das heisst unter der gemeinsamen künstlerischen Leitung von Heinz Holliger und András Schiff, findet sie am kommenden Pfingstwochenende zum letzten Mal statt. Wie es weitergeht, ist gegenwärtig noch in Verhandlung, wie es von Seiten der Veranstalter heisst, sicher sei aber, dass es weitergehen werde.

Die Stichworte, die den thematischen Rahmen spannen, lauten – unter diesen Umständen naheliegend – «Erinnerung an Bekanntes und Unbekanntes» und «Erinnerung – Abschied». Holliger und Schiff haben ein Programm mit sieben Konzerten zusammengestellt, das noch einmal deutlich ihre Handschrift zeigt: komponierte Programme mit vielfältigen Spiegelungen zwischen der grossen Tradition und der Moderne, mit Randständigem oder Vergessenem; ein Team von Interpreten, die für die Pfingstkonzerte exklusiv auch unüblich besetzte Kammermusik einstudieren.

Im Zeichen des Abschieds sind in die Programme explizit musikalische Rückblicke auf frühere Programmschwerpunkte eingestreut. Das Schlusskonzert nimmt sich des Abschieds in unterschiedlicher Weise an: Miniaturen von Franz Schubert und György Kurtág tragen Titel wie «Abschied von der Erde» und «Les Adieux (in Janác?eks Manier)». Mit Robert Schumanns «Davidsbündlertänzen» rundet András Schiff den Themenkomplex «Schumann und seine Widmungsträger» ab. Zum Ausklang musizieren die beiden künstlerischen Leiter nochmals gemeinsam; gespielt wird Mozarts Quintett für Klavier und Bläser KV 452.

Spezielles findet sich in allen Konzerten, im ersten etwa das Doppelquartett für Streicher von Louis Spohr, dessen Nonett im letzten Jahr in Ittingen erklungen war. Konzert 2 hebt einen Freund Robert Schumanns hervor, Ludwig Schuncke. Gespielt wird dessen Grosse Sonate für Klavier, welche Schumann zugeeignet ist. Für Kon­­­zert 3 wird aus allen anwesenden Musikern ein Orchester zusammengestellt, das unter der Leitung von Heinz Holliger einige seltener aufgeführte Werke zu Gehör bringt. Konzert 4 würdigt mit Britten und Lutos?awski zwei bedeutende Komponisten des 20. Jahrhunderts, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiern würden.

Auf dem Programm steht mit Ursula Mamloks «Fünf Phantasiestücken für Oboenquartett», die Heinz Holliger gewidmet sind, auch in diesem Jahr wieder eine Uraufführung. Ein selten zu hörendes, dramatisches Werk eröffnet das Konzert 5 mit André Caplets Conte Fantastique nach Edgar Allan Poes Erzählung «Die Maske des roten Todes». Im Konzert 6 wird Andreas Staier ein Programm für Cembalomusik aufführen, das sich dem Thema «Melancholie» bzw. «Melancholie vertreiben» widmet. (hb)

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