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Immerhin eine Annäherung

Schanghai. Rafael Nadal war auch im elften Vergleich zu stark für Stanislas Wawrinka.

Wawrinka konnte im Viertelfinal des ATP-Turniers in Schanghai Nadal zwar fordern, ein Satzgewinn blieb ihm aber auch im elften Anlauf verwehrt. Trotz drei Satzbällen im ersten Satz verlor der Lausanner 6:7 (10:12), 1:6.

Eineinhalb Stunden lang wogte das Duell hin und her. Im ersten Satz hatten beide je drei Satzbälle vergeben, als der Spanier beim Stand von 10:10 im Tie-Break einen extrem frechen, aber perfekten Stoppball spielte. Die vierte Chance liess er sich dann bei eigenem Aufschlag nicht mehr entgehen. Zu Beginn des zweiten Satzes erar­bei­te­te sich der 28-jährige Schweizer gleich im ersten Game nochmals zwei Breakchancen, konnte jedoch auch diese Möglichkeiten nicht nützen. Wenig später gelang Nadal das erste Break der Partie, danach brach Wawrinka ein. Völlig untypisch liess er den Kopf hängen und gewann bis zum 6:7, 1:6 nur noch ein Spiel. Im ersten Satz erspielte sich Nadal nur gerade bei 1:1 drei Breakchancen, ansonsten blieb er in den Aufschlagspielen des Schweizers ähnlich chancenlos wie am Tag zuvor Milos Raonic.

Der Romand ärgerte sich nach der verlorenen Partie über sich selber: «Ich spielte eigentlich gut, besass viele Chancen, agierte aber am Ende des ersten Satzes zu zögerlich.» Besonders trauerte er dem einen Satzball bei eigenem Service (bei 8:7 im Tiebreak) nach, als er zunächst zu wenig und am Ende im falschen Moment doch zu viel riskierte. Wawrinka: «Aber das liegt natürlich auch an Nadal, von dem man weiss, dass er immer noch einen Ball mehr zurückbringt.»

Für Stanislas Wawrinka mag es vor dem Saison-Finish ein gutes Zeichen sein, dass er den Weltranglistenersten derart fordern konnte. «Ich fühlte mich gegen Rafa noch nie so stark wie diesmal.» Erst zum dritten Mal schnupperte Wawrinka an einem Satzgewinn gegen Nadal: 2009 unterlag er in Key Biscayne 6:7, 6:7; 2010 in Toronto vergab Wawrinka im ersten Satz sogar fünf Satzbälle (4 im Tiebreak), ehe er sich mit 6:7 (12:14), 4:6 geschlagen geben musste.

Tsonga der grosse Gewinner

Enttäuscht war Wawrinka von sich selber, dass er den zweiten Satz «einfach so fahren liess». Insgesamt verlässt der Waadtländer Schanghai aber mit positiver Bilanz. Die erstmalige Qualifikation für die ATP-Finals in London ist das grosse Ziel. In der Jahreswertung, die für die Masters-Qualifikation den Ausschlag gibt, hat Wawrinka auf Kosten von Roger Federer den 7. Platz übernommen. Weil Andy Murray in dieser Saison kein Turnier mehr bestreitet, reicht Platz 9 zur Qualifikation.

Der grosse Gewinner in Schanghai mit Blick aufs Masters ist Jo-Wilfried Tsonga, der nach Wimbledon drei Monate wegen Schmerzen im Knie pausieren musste. Er qualifizierte sich in China mit einem 6:2, 6:3 über Florian Mayer für die Halbfinals. Der Franzose hat im Jahresranking bereits Raonic und Gasquet überholt, sollte er den Halbfinal gegen Novak Djokovic gewinnen, würde er auch noch an Wawrinka und Federer vorbeiziehen. (si)

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