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In den Ferien schmeckts besser

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Ein Mix aus bayrischer, ­österreichischer und Schweizer Küche ist eine gute Positionierung in der gastronomischen Landschaft. Aber man darf im Thalegg keine Alpenküche-Fusion erwarten. Weisswürste mit süssem Senf, Wiener Schnitzel und Fisch­knus­per­li bleiben, was sie sind. Da gehen der steirische Küchenchef Gernot Aschmann und der bayrische Peter Klein keine Experimente ein. Bei unserem Essen Mitte Dezember ist noch die Herbstkarte aktuell. Schade, denn mit Blick auf die gemütliche weihnachtliche Dekoration der Stube hätten wir uns auch auf dem Menü einen winter­lichen Touch gewünscht.

So wählen wir das Wildrahmsüppchen mit Holundernockerl (10.90 Fr.) und die Kürbiscremesuppe (9.80 Fr.). Leider fallen ­beide durch: Vor allem die Kür­bis­creme ist lauwarm, mit zu viel Rahm aufgespritzt und schmeckt dominant nach Curry. Dem Wildrahm fehlt hingegen der Pfiff. Die Hauptgänge, drei Hirschmedaillons an Wildjus (36.80 Fr.) und ein Vegi-Wild-Teller (23.80 Fr.), reizen die Geschmacksknospen mehr. Rosenkohl, Marroni, gebratene Pilze und Rotkohl bilden auch optisch eine appetitliche Mischung rund um das Fleisch oder die handgemachten Kartoffel-Schupfnudeln. Teile des Gemüses könnten allerdings aus der Dose stammen. Da ist zumindest keine Marktfrische mehr erkennbar. Das Fleisch punktet auf der oberen Skala, zart gebraten mit einem rosa Kern.

Angesichts der Industrie- Glacekarte verzichten wir auf ein Dessert, auch wenn Spezialitäten wie Kaiserschmarrn oder Vermicelles hinzugelistet sind. Es ist den Betreibern anzurechnen, dass sie das im Niemandsland gelegene Restaurant mit Hüttenambiance und einem zugewandten Service betreiben. Vielleicht sollte man sich als Gast auf die Fleischklassiker und das nicht auf der Karte stehende Kloster-Andechs-Bier freuen. Ein Muss ist der Besuch aber nicht. (Landbote)

Erstellt: 28.12.2015, 11:05 Uhr

Das Lokal

Restaurant Thalegg Pfäffikerstr. 27, Kemptthal, Tel. 052 345 11 46. www.thalegg.ch

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