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In der Schweiz gelten neue Gefahrensymbole für chemische Produkte

Die Schweiz führt neue Gefahrensymbole für chemische Produkte ein. Sie übernimmt ein internationales Kennzeichnungssystem. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat eine Kampagne dazu gestartet.

Schwarze Symbole auf weissem Hintergrund mit roter Umrahmung: So sehen die neuen Gefahrensymbole auf chemischen Produkten aus. Sie ersetzen die bisher geltenden schwarzen Kennzeichen auf orangem Hintergrund.

Das neue System soll Mensch und Umwelt in der ganzen Welt besser vor den Gefahren von Chemikalien schützen und den Handel mit chemischen Produkten vereinfachen. Die Umstellung erfolgt in der Schweiz schrittweise. Bis Ende 2017 werden im Handel noch Produkte mit der bisherigen Kennzeichnung anzutreffen sein.

Die neuen Symbole ähneln teilweise den alten. So gibt es weiterhin den Totenkopf mit den gekreuzten Knochen für hochgiftige Stoffe. Produkte mit diesem Zeichen können schon in kleinen Mengen zu schweren Vergiftungen führen.

Neu ist das Ausrufezeichen. Es bedeutet "Vorsicht gefährlich". Angebracht wird es auf Produkten, die beispielsweise Allergien oder Ekzeme auslösen können. Neu ist auch der Torso. Es wird auf Produkten prangen, die Organe schädigen oder Krebs erzeugen können. Insgesamt gibt es neun Gefahrensymbole.

In der Bevölkerung ist teilweise nicht einmal das alte System mit den orangen Symbolen bekannt: Ein Drittel glaubt, die 2005 abgeschafften Giftklassen seien noch gültig, wie eine repräsentative Umfrage zeigte. "Die Giftklassen sind noch nicht ganz aus den Köpfen verschwunden", sagte BAG-Direktor Pascal Strupler am Montag vor den Medien in Bern.

Deshalb soll die Bevölkerung nun informiert werden, mit einer Kampagne für 1,8 Millionen Franken. Ziel ist es, die neue Gefahrenkennzeichnung bekannt zu machen und Verhaltensregeln zu vermitteln.

Die wichtigste Regel sei, die Hinweise auf der Etikette zu lesen, sagte Strupler. Dies soll der Slogan "Genau geschaut, gut geschützt" zum Ausdruck bringen. Im Rahmen der Kampagne wird auch eine kostenlose App für Smartphones angeboten.

Das BAG führt die Kampagne zusammen mit anderen Bundesämtern sowie der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS), dem Schweizerischen Versicherungsverband (SVV) und weiteren privaten Partnern durch. Strupler zeigte sich überzeugt, das diese Zusammenarbeit mit Privaten wegweisend für weitere Kampagnen sein werde.

Vorfälle mit chemischen Produkten im Haushalt haben laut dem BAG in den letzten Jahren zugenommen. Zwar existieren keine genauen Statistiken, doch verzeichnete das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum zwischen 2004 und 2011 eine Zunahme der Beratungen von 30 Prozent.

(sda)

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