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In die Sommerpause mit Gebrüll

Das Gaswerk lud am Samstag zum Saisonschlussfest. Höhepunkt war die amerikanische Rockband Valient Thorr mit ihrem ener­gie­geladenen Auftritt.

Wie ein Derwisch fegte er über die Bühne, wirbelte herum, rannte auf der Stelle, schüttelte wild die Haare und brüllte lautstark ins Mikrofon. Valient Himself, Sänger und Frontman von Valient Thorr, zeigte am Samstag im Gaswerk, wie man ein Rockkonzert macht – als Rumpelstilzchen für Erwachsene und mit viel Körpereinsatz. Es war das letzte Konzert der Saison, bevor sich das Gaswerk in die Sommerpause verabschiedete. Und zum Abschluss sollte es noch ein letztes Mal so richtig laut werden an der Schöntalstrasse. Valient Thorr, Black Explosion und Camion standen auf dem Programm und mit ihnen Rockmusik-Spielarten der härteren Sorte. Die Lausanner Band Camion eröffnete den Abend. Als erste Band an diesem strahlenden Sommerabend hatten sie einen schweren Stand. Als eine Band, die hervorragend zu Fleisch und Bier passe, wurden sie auf der Gaswerk-Website beschrieben. Und bei Fleisch und Bier war wohl ein Grossteil der Besucher des Anlasses noch, oder aber sie genossen das kühle Bier lieber in der Abendsonne vor dem Gaswerk. Die Band trug den schütter gefüllten Saal aber mit Fassung und spielte mit viel Ener­gie­ ein solides Set, das vor allem Hardcore, aber auch Elemente des Stoner Rock und Doom Metals enthielt. Präzis und schnell kamen die Riffs daher, aggressiv und packend der Gesang. In gutem Fahrwasser Etwas ruhiger wurde es mit Black Explosion. Die Band um Ex-Dollhouse-Sänger Chris Winter spielte klassischen Rock, der mit schweren Bässen und psychedelischen Passagen angereichert war. Dazu kam der prä­gnan­te Gesang von Winter, viel Gitarreneinsatz und die Hingabe der Band an die Musik, sodass man sich an Zeiten von The Who oder Led Zeppelin erinnert fühlte. Nachdem mit diesen beiden Bands das Spektrum der Rockmusik bereits breit gefächert war und auch der Konzertsaal nun gut gefüllt war, freute man sich auf den Hauptact des Abends. Die amerikanische Band Valient Thorr, deren Referenz zum Donnergott Thor auf jeden Fall wörtlich zu nehmen ist, hatte im Gaswerk ihr neustes Album «Our Own Masters» mit im Gepäck und erschütterte das Gaswerk mit einem Musikgewitter erster Güte. Gradlinig und temporeich kamen ihre nach einfachem, aber umso eingängigerem Muster gestrickten Songs daher. Ein treibender Rhythmus legte das Tempo vor, jaulende Gitarrensoli liessen die Rockerherzen höher schlagen, und ein packender Zwei-Wort-Refrain animierte zum lautstarken Mitskandieren und ausführlichen Haareschütteln. «Sleepers Awake», «Tomorrow Police» oder, brandneu, «Torn Appart» hiessen die Songs, die ihre Botschaften kurz und bündig auf den Punkt brachten. Verschnaufpausen gönnten Valient Thorr weder sich noch dem Publikum, nahtlos ging es von einem Song weiter zum anderen. Souverän und präsent Seit dreizehn Jahren machen die Herren von Valient Thorr zusammen Musik und haben in dieser Zeit nicht nur sieben Alben veröffentlicht, sondern auch mit Grössen wie Motörhead und Anthrax die Bühne geteilt. Routiniert war denn auch ihr Auftritt im Gaswerk. Vor tanzendem Publikum zeigte die Band einen souveränen und höchst präsenten Auftritt, der ihr ebenso wie dem Publikum viel Spass zu machen schien. Insbesondere Valient himself leistete körperliche Schwerstarbeit und tigerte unermüdlich auf der Bühne hin und her. Und als die Band zum Abschluss des Konzerts alle Fans vor der Bühne versammelte und mit ihnen zusammen ein Erinnerungsfoto schiessen liess, war der Saisonabschluss im Gaswerk in jeder Hinsicht gelungen.

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