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In drei Bereichen unangefochten

Der ständig aktualisierte Nissan GT-R hat im fünften Verkaufsjahr nichts von seiner Faszination verloren. So viel PS pro Franken bietet kein anderer Sportwagenhersteller.

Noch einmal aufgepeppt im Fahrwerk- und Motorenbereich stemmt sich der Nissan GT-R auch sieben Jahre nach der Aufsehen erregenden Weltpremiere an der Tokyo Motorshow äusserst erfolgreich gegen die illustre Konkurrenz. Das clevere Konzept mit dem vorne eingebauten 3,8-Liter-V6-Frontmotor, Allradantrieb bei Bedarf und Doppelkupplungsgetriebe ist dafür nicht allein verantwortlich. Eine wichtige Rolle spielen auch das überragende Sprintvermögen, der nicht zu übertreffende Kultcharakter und die attraktive Preispolitik des zweitgrössten japanischen Autobauers, der in der Allianz mit Renault derzeit das Zepter schwingt. Spätestens seit der Lancierung des GT-R engagiert sich Nissan verstärkt auch wieder im Motorsport. Davon profitieren Hobby-Rennfahrer ebenso wie die sportlich ambitionierten Privatkunden, die sich keinen Traumwagen für eine halbe Million Franken und mehr leisten können oder wollen. Was sich auf der Rennstrecke bewährt, wird auch mit den Tücken des Alltagsbetriebs fertig und weckt erst noch Emotionen. Die technischen Eckdaten des 2+2-Coupés, das wie andere nicht mehr als zwei Personen genügend Platz bietet, sprechen für sich. Der bewährte 3,8-Liter-Twin-Turbo-V6 bietet ein maximales Drehmoment von 632 Newtonmetern und ist auf eine Höchstleistung von 550 PS getrimmt worden. Der eigentliche Bestwert resultiert aber dort, wo es am meisten weh tut: Für jedes der sich im Arbeits- und Soundbereich deutlich bemerkbar machenden PS muss der Käufer einer GT-R Black Edition nur 223 Franken auf die Seite legen. Diesen Spagat schafft keiner nur annähernd. Bei vergleichbaren Supersportwagen werden pro PS bis 503 Franken fällig. Ganz so gediegen und gesittet wie bei den meisten Mitbewerbern ist das Fahrverhalten des GT-R nicht. Traktion gibt es im Überfluss, doch beim resoluten Durchtreten des Gaspedals droht es die Antriebswelle zu zerreissen. Auch die manuelle Einflussnahme über die Magnesium-Schaltwippen am Lenkrad auf das eigentlich makellose Doppelkupplungsgetriebe mit sechs Gängen löst beunruhigende Knackgeräusche aus, die zivilisiertere Autofahrer zu einem Besuch in der Werkstatt veranlassen würden. Kenner und Fans möchten diese rustikalen Elemente ebenso wenig missen wie die horrende Beschleunigung. Etwas länger als 2,7 Sekunden – wie vom Hersteller optimistisch versprochen – geht es gefühlsmässig zwar schon, bis die 1,8 Tonnen Leergewicht aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer beschleunigt sind, doch ernsthafte Konkurrenz gibt es auch in dieser Sparte. Ebenso abenteuerlich sind brutale Bremsmanöver und die im Gesäss spürbaren spontanen Reaktionen auf aussergewöhnliche oder unebene Streckenabschnitte. Ist der Fahrer etwas zu flott unterwegs, bieten elektronische Stabilitätssysteme Unterstützung. Im aktuellen Jahrgang wird der Nissan GT-R mit zwei speziellen Ausstattungen angeboten. Für 120?800 Franken wartet die luxuriöse Premium Edition und für 122?500 Franken die sportliche Black Edition mit schwarzen Recaro-Sitzen und roten Farbtupfern. Für 12?000 Franken Aufpreis können Hartgesottene zudem eine abgespeckte Track-Pack-Version mit noch härterer Abstimmung bestellen. Schon in den Basismodellen hat der Fahrer aber die Wahl zwischen drei verschiedenen Feder-/Dämpfer-Einstellungen. Das alles ist ganz nach dem Geschmack der treuen Fangemeinde in der Schweiz, die in den kommenden Wochen den 500. stolzen GT-R Besitzer erwartet. Nissan GT-R Black Edition + Erstklassige Traktion+ Horrende Beschleunigung+ Einzigartiger Kultcharakter – Hohes Gesamtgewicht– Knackendes Schaltgetriebe– Enorme Reifenabnutzung

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