Zum Hauptinhalt springen

In Kiew müssen Studenten und Rekruten Schnee schaufeln

Die Ukraine ist harte Winter gewöhnt, aber so viel Schnee wie jetzt ist dort seit mehr als 80 Jahren nicht gefallen. Vielerorts kappt der Schnee den Strom, die Hauptstadt lebt im Ausnahmezustand.

In einem dramatischen Appell rief Kiews Bürgermeister Alexander Popow den Ausnahmezustand ausgerufen. Er ersuchte das Verteidigungs- und das Bildungsministerium um Hilfe, damit Studenten und Rekruten zum Schneeräumen eingesetzt werden können, wie Popow am Dienstag auf der Internetseite der Stadt mitteilte. Das Zivilschutzministerium verstärkte die kommunalen Dienste mit bis zu 700 Einsatzkräften und schwerer Technik. Allein in den vergangenen beiden Tagen seien in der Millionenmetropole insgesamt rund 43 Zentimeter Neuschnee gefallen, soviel wie zuletzt 1930, sagte der Chef des Meteorologischen Zentrums, Nikolai Kulbida. In der westukrainischen Stadt Ternopol mussten Zivilschutzhelfer Dutzende Lastwagen auf spiegelglatter Strasse abschleppen. Heftiger Schneefall hatte Zehntausende Menschen in der Ukraine bei Temperaturen um den Gefrierpunkt von der Stromversorgung abgeschnitten. Im Gebiet um Kiew waren etwa 200 Orte betroffen, wie das Zivilschutzministerium mitteilte. Unter den Schneemassen stürzten in der Hauptstadt viele Bäume um und beschädigten Fahrzeuge. In Deutschland haben hunderte Menschen die Nacht eingeschlossen von Schnee und Eis auf einer Autobahn verbracht. Ihre Fahrzeuge waren in langen Staus beim sächsischen Chemnitz eingeschneit. Die völlig zugeschneite Autobahn blieb in der Nacht zum Dienstag für mehr als sechs Stunden für Bergungsarbeiten gesperrt. Der Stau war nach Polizeiangaben vom Dienstag bis zu 20 Kilometer lang. Zwar war die Unfallstelle am späten Abend geräumt, doch dann fiel neuer Schnee, wieder blieben Fahrzeuge stecken. Zusätzliche Probleme entstanden, weil die Rettungsgasse blockiert war. Schliesslich blieben auch drei Schneepflüge stecken. Der Stau löste sich am Dienstag erst in den Morgenstunden auf. Starker Schneefall behinderte den Verkehr auch anderswo. Viele Unfälle zählte die Polizei in Hamburg, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. In Külsheim kam ein Lastwagen von der schneeglatten Strasse ab, krachte in ein Wohnhaus und schob eine 72-Jährige im Sessel durch ihr Wohnzimmer. Die Frau verletzte sich nur leicht am Bein. In Baden-Württemberg wurde ein Vermisster nur dank seiner Fussspuren im Schnee nach mehreren Stunden in der Kälte wiedergefunden. Der geistig behinderte Mann war am Montagabend nach einem Streit mit seinem Betreuer weggelaufen, wie die Polizei in Heidelberg mitteilte. In Österreich verunglückte ein Reisebus mit deutschen Rentnern in dichtem Schneetreiben. 19 Touristen und die Reiseleiterin verletzten sich, als ihr Bus einen Laster rammte. (sda)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch