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In Oberi lebt das Dorf in der Stadt

Zwei Dutzend Oberwinterthurer Gewerbebetriebe zeigten am Wochenende: Hier gibt es fast alles, und zwar kundennah.

Geigenbauer und Goldschmied, Maler und Möbelschreiner, Sanitär, Schlosser, Velomech, Apotheker – Oberwinterthur ist trotz aller Veränderung ein Dorf geblieben mit traditionellem Gewerbe. Ruedi Vetterlis Schlosserei ist seit 1880 und in nun vierter Generation in Familienbesitz, schon zuvor war dort geschmiedet worden. Eine Esse, deren Kohle mittels Gebläse auf bis zu 1500 Grad erhitzt wird, steht noch immer in Gebrauch – nicht mehr ganz so häufig wie früher. Doch im Dorfkern sind auch die Themen der Stadt aktuell. Parkplätze und freie Fahrt zum Betrieb brauche auch er, sagt Vetterli: «Der riesige Sattelschlepper bringt und holt als Kurier der Verzinkerei zweimal wöchentlich Teile. Mit noch mehr Hindernissen kommt er nicht mehr durch.» Vetterli spricht damit den politischen Kampf im Dorf an: Tempo 20 oder 30? Begegnungszone oder Strasse? Nur wenig hinter seinem Betrieb beginnt die Wohnzone, dort sehen viele die Sache anders. Es ist kühl am Samstag, was manche von einem Besuch der Gewerbeschau abhält. Der wärmste Ort und gut besucht ist das Zelt von Pan Gas. Ein Gasbrenner donnert heiss, und vor dem Zelt rotiert auf dem Gasgrill ein Schweinsbraten. Zudem gibts Rabatt, der «Outdoorchef Munich» ist für 500 statt 900 Franken zu haben. Und am Sonntag grilliert der Ueli persönlich. Viel Volk trifft sich bei Erich Schwaller, für ihn ist nicht nur Gewerbeschau, sondern auch Velofrühling. 250 Fahrräder haben er und seine Leute nach draussen gestellt, auch E-Bikes. Im City-Bike-Bereich verkaufe er bereits mehr als 50 Prozent Elektrovelos, sagt Schwaller, der das Geschäft seit 1968 führt. Sein Vater hatte als «Feierabend-Velohändler» begonnen. Mittlerweile sei von allen verkauften Velos bei ihm jedes achte elektrisch. Nicht mehr nur die «Generation 60+» fährt heute mit Unterstützung eines Motors Velo. Ein Dino made in Oberi In Richtung Römertor und Apotheken, von wo Dixieland ertönt, hat Goldschmied Dieter Müller sein Atelier. Seit 30 Jahren führt er es in Oberi. «Die Oberwinterthurer Kundschaft ist mir treu», sagt er. Auch aus Seuzach, Wiesendangen und dem Weinland kämen viele, sodass er nichts zu klagen habe: «Ich verstehe mich als Handwerker und habe ein rechtes Auskommen.» Der Clou der Gewerbeschau ist ein Dino aus 18 Teilen. In 18 Betrieben gibts je ein Teil; nur wer alle hat, kann das Tier zusammenstecken. 300 Exemplare wurden gefertigt – natürlich in Oberi.

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