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Indonesien steht vor einem Machtwechsel

jakarta. Rund 186 Millionen Indonesier haben ein neues Parlament gewählt. Erste Prognosen sagen einen Sieg der Opposition voraus.

Bei den Parlamentswahlen in Indonesien liegt die Oppositionspartei «Demokratische Partei des Kampfes» (PDI-P) in den vorläufigen und inoffiziellen Hochrechnungen am Mittwochabend (Ortszeit) bei etwa 20 Prozent. Dies teilte das Umfrageinstitut Indikator Politik mit. Zweitstärkste Kraft wurde nach den Prognosen die Golkar-Partei des früheren Diktators Suharto mit etwa 15 Prozent Stimmenanteil.

Die bisher regierende Demokratische Partei von Präsident Susilo Bambang Yudhoyono, zuletzt von zahlreichen Korruptionsskandalen erschüttert, landete demnach nur auf dem vierten Platz mit einem Anteil von knapp 7,7 Prozent. Offizielle Teilergebnisse werden in einigen Tagen erwartet, das Endergebnis wird voraussichtlich im Mai bekannt gegeben.

Neues Zugpferd

Die Beliebtheitswerte der PDI-P waren in den vergangenen Wochen stark gestiegen, nachdem sie den populären Gouverneur von Jakarta, Joko Widodo, zum Spitzenkandidaten für die Präsidentenwahlen im Juli ernannt hatte. Widodo wird für Juli ein Erdrutschsieg vorhergesagt. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono kann sich nach zwei Amtszeiten nicht mehr bewerben.

Zur Abstimmung aufgerufen waren in dem Land mit der grössten muslimischen Bevölkerung der Welt rund 186 Millionen Wähler, die über die Vergabe von 560 Sitzen entscheiden. 15 Parteien traten an. Die Behörden erwarteten eine Wahlbeteiligung von etwa 80 Prozent. In einigen Regionen der Provinz Papua konnte trotz anfänglicher Pro­bleme doch gewählt werden. Aufgrund von Transportproblemen waren die Wahlzettel nicht rechtzeitig eingetroffen, teilte die örtliche Wahlkommission mit. 500 000 Wahllokale sind auf die insgesamt 17 000 Inseln Indonesiens verteilt. Es ist die vierte freie Wahl in dem Land seit dem Sturz des Diktators Suharto im Jahr 1998. (sda)

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